Sanctuary: Virtueller Trip ohne echtes Gras

„Sanctuary“
(c) 2008 Universal
Die Macher von „Stargate Atlantis“ und „Stargate SG-1“ haben mit „Sanctuary“ die erste green screen TV-Serie entwickelt, nicht nur in ihrem Sci-Fi-Genre, sondern überhaupt.
Aber bevor wir zu dieser stilistischen Besonderheit übergehen, ein bisschen Vorgeschichte: Die eigentliche Premiere von „Sanctuary“ liegt schon ein Jahr zurück. Es debütierte nämlich als Web-Serie auf SciFi.com und umfasste acht Episoden.
Die innovative (und auch verhältnismäßig billige, wie wir sehen werden) Machart und der Erfolg der Webisodes veranlassten den Sci-Fi Channel, eine TV-Variante mit 13 Episoden in Auftrag zu geben. Seit dem 3. Oktober dieses Jahres ist die Serie sowohl auf dem SciFi Channel als auch auf den kanadischen The Movie Network und Movie Central zu sehen. Im Schnitt begeistert sie 1,5 Millionen Zuschauer und ist damit zwar nicht so erfolgreich wie „Eureka“, aber erfolgreich genug für eine Eigenproduktion.
Man könnte die Serie thematisch in der Nachfolge von „The X-Files“, „X-Men“, „Men in Black“ oder auch „Dark Angel“ verorten. Amanda Tapping (ein bekannter Sci-Fi-Star aus „Stargate SG-1“), spielt die 157-jährige Wissenschaftlerin Dr. Helen Magnus. Zusammen mit ihrer Tochter Ashley (Emilie Ullerup) und dem Psychologen Will Zimmermann (Robin Dunne) macht sie Mutanten und andere Kreaturen ausfindig, rettet sie bzw. rettet die Welt vor ihnen und studiert sie in ihrer Hochburg, genannt The Sanctuary. Und so kommen wir gleichzeitig zu den Vorteilen und Nachteilen der Produktion.
Ganz allgemein betrachtet, sieht Sanctuary als Serie gut aus. Als erste TV-Serie in Amerika wurde sie mit Hilfe der so genannten Red Camera aufgenommen. Bei diesem System wird direkt auf dem Harddisk aufgenommen und nicht mehr mit Film gearbeitet. Dadurch kann das Postproduction-Team sofort mit dem Material, das während des Drehtages geschossen wurde, arbeiten. Dieses Vorgehen spart nicht nur Zeit, sondern auch Kosten. Bilder aus Red-Camera-Aufnahmen besitzen überdies eine mehr als doppelt so hohe Auflösung wie die einer High-Definition-Camera. Es wurden bei Sanctuary zwischen 300 und 400 Special Effects Shots pro Episode gemacht.
90 Prozent der Sets sind vor einem Green Screen entstanden, d.h sie sind virtuell, was für eine TV-Serie absolut ungewöhnlich ist. Die Sanctuary-Räume haben teilweise einen dunklen Wide Angle Look wie in Computerspielumgebungen bzw. -räumen, aber die Schauspieler passen sich ihrer virtuellen Umgebung erstaunlich gut an - der anders lautenden Meinung mancher Kritiker zum Trotz.
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Vladislav Tinchev am Dienstag, 9.Dezember 2008 12.00 Uhr
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