SAG und AFTRA beharken sich weiter

Die Auseinandersetzung zwischen der wichtigeren Schauspielergewerkschaft SAG und ihrer kleineren Schwester AFTRA gehen weiter. Jetzt versichern sich beide Seite der Unterstützung diverser Schauspieler als Sprecher. Das Grundproblem: Die AFTRA hat einen Tarifvertrag-Kompromiss ausgehandelt, dessen Wirksamwerdung die SAG verhindern will.
Nachdem Autoren (WGA) und Regisseure (DGA) sich bereits vor Monaten mit dem Verband der Film und Fernsehproduzenten (AMPTP) auf neue Tarifverträge geeinigt haben, bleiben noch zwei Gewerkschaften übrig, deren Verträge mit den Produzenten am 30. Juni auslaufen werden.
- AFTRA vertritt weitestgehend Sprecher, Ansager, Stuntleute, Nachrichtensprecher, Radiosprecher
- SAG vertritt die regulären Schauspieler in Film und Fernsehen, inklusive Werbung
Schon länger schwelt zwischen den beiden Gewerkschaften, die Schauspieler vertreten, ein Konflikt. Dieser führte dazu, dass diesmal erstmalig seit drei Dekaden keine gemeinsamen Tarifverhandlungen mit den Produzenten geführt wurden. Relativ schnell einigte sich die kleinere Gewerkschaft AFTRA mit den Produzenten - und wurde dafür von der SAG gerügt. Bevor der AFTRA-Deal jedoch wirksam wird, müssen zunächst deren Mitglieder in einer Ur-Abstimmung entscheiden.
Hier versucht die SAG anzusetzen und arbeitet vor allem daran, dass die etwa 44.000 Schauspieler, die in beiden Gewerkschaften Mitglied sind, gegen den vorliegenden Kompromiss stimmen. Denn würde dieser angenommen, befürchtet man bei der SAG, mit weitergehenden eigenen Forderungen zu scheitern. Daher nennt man den AFTRA-Kompromiss produzentenfreundlich und hat sich schon länger von einer sachlichen Diskussion weitestgehend verabschiedet. Momentan versendet die AFTRA die Abstimmungsunterlagen an ihre Mitglieder. Mit den Schauspielern Sally Field („Brothers & Sisters“), Jane Curtin („3rd Rock from the Sun“) und Stephen Collins („7th Heaven“) startete die Gewerkschaftsleitung eine „Vote Yes“-Kampagne.
Auf der Gegenseite ist „Grey's Anatomy“s Sandra Oh am Zug: Sie zeichnete eine Telefonnachricht auf, die nun automatisch an die Doppelmitglieder geht und zur Ablehnung des Vorschlags aufruft.
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Bernd Michael Krannich am Freitag, 20.Juni 2008 12.00 Uhr
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