SAG vs. AMPTP: Gespräche erneut gescheitert, Streik?

Alan Rosenberg - der Präsident der SAG und ein Hardliner - steht 2009 zur Wiederwahl an
Foto: Albert L. Ortega
Auch die Hilfe eines amtlichen Mediators konnte die Gespräche zwischen der Schauspielergewerkschaft SAG und dem Verband der Film- und Fernsehproduzenten AMPTP nicht voran bringen. Die SAG wird jetzt wohl ihre Klientel um eine Streikerlaubnis bitten - zunächst jedoch nur als verbesserte Verhandlungsbasis.
Da es an dieser Front in den letzten Monaten etwas ruhiger war, zunächst nochmal eine Zusammenfassung bisheriger Geschehnisse. Am 30. Juni diesen Jahres lief der Tarifvertrag der amerikanischen Film- und (Primetime) Fernsehschauspieler (vertreten durch die Gewerkschaft Screen Actors Guild, kurz: SAG) mit dem Verband der amerikanischen Film und Fernsehproduzenten (vertreten durch den Interessenverband Alliance of Motion Picture & Television Producers, kurz: AMPTP) aus. Es war dies ein ähnlicher Wendepunkt für die SAG, wie acht Monate vorher für die Hollywood-Autoren der WGA - es ging im neuen Vertrag vor allem um zukunftsweisende Entscheidung bezüglich der Neuen Medien - Produktionen, die nicht für eine Fernseh- oder Kinoveröffentlichung gedacht waren, und wo neue Entlohnungsmodele, ja gar die Zuständigkeit der Gewerkschaft selbst, festgelegt werden mussten.
Kurzum, nachdem die WGA (und die Schwestergewerkschaften der anderen Berufsgruppen in der Filmschmiede) sich vor Jahren, als es um die Entlohnung von DVD-Verkäufen übers Ohr gehauen fühlten (sie machten die grundlegenden Verhandlungen zu einem Zeitpunkt, in dem das Geschäft noch nicht wirklich rentabel war - ein Jahrzehnt später und nach dem DVD- und Heimvideoboom, der den Produzenten satte Einnahmen in diesem Marktsegment verschaffte, hatten die Produzenten die diesbezügliche Entlohnung immer noch nicht nachbessern wollen), wollten sie diesmal härter verhandeln.
So kam es, dass die Autoren - deren Tarifvertrag von den Hollywood-Gewerkschaften der erste war, der auslief - einen harten Kurs fuhren und schließlich Anfang letzten November in den Streik gingen. Bekanntlich dauerte dieser knapp 100 Tage, und unter Mithilfe der Gewerkschaft der Regisseure und ihrer Gewerkschaft Directors Guild of America wurde ein Kompromiss gefunden, der von beiden Gewerkschaften und schließlich auch von der kleineren Schauspielergewerkschaft AFTRA sinngemäß angenommen wurde.
von Bernd Michael Krannich am Sonntag, 23.November 2008 12.00 Uhr
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