Reaktionen auf das Streikende

Können (zumindest für die nächsten drei Jahre) eingemottet werden: Die Streik-Schilder der WGA
(c) DHD
In einer Mail an ihre Mitglieder erklärten die beiden WGA-Präsidenten Patric Verrone und Michael Winship, dass die Entscheidung zu streiken nicht leichtfertig getroffen worden sei - und zu einem Tarifvertrag geführt habe, der deutliche Zugewinne für die Autoren mit sich brächte, insbesondere die Zuständigkeit der WGA für die Neuen Medien und ein auf prozentualer Beteiligung an den Brutto-Vertriebseinnahmen basierendes System der Tantiemenverteilung. Die beiden Gewerkschaftsführer betonten jedoch ausdrücklich, dass sie sich der großen ökonomischen Belastungen, die dieser Streik für viele Arbeiter in Hollywood mit sich gebracht hätte, sehr wohl bewusst seien.
Auch die CEOs erinnerten an die Folgen, die der Streik für viele Geschäfte und Familien in Hollywood hatte, zeigten sich jedoch vor allem erleichtert und optimistisch, dass nun eine grundlegende Vereinbarung sowohl mit den Regisseuren als auch den Autoren über die Neuen Medien getroffen worden sei. In einem gemeinsamen Statement der CEOs der großen Medienkonglomerate heisst es weiter: „Wir hoffen, dass wir unsere gemeinsamen Anstrengungen jetzt darauf konzentrieren können, was diese Industrie am besten kann: Großartige Inhalte für unsere Zuschauer weltweit herzustellen.“
Als zunächst einziger CEO gab CBS-Chef Leslie Moonves eine persönliche Stellungnahme zum Streikende ab. Darin erklärte er, dass die Streikfolgen (zumindest für die CBS Corporation) bisher ökonomisch gar nicht so gravierend gewesen seien. Die Einnahmen seien leicht zurückgegangen, dafür seien jedoch auch die Kosten gesunken: „Aber ich glaube an dieses Business. Und dieses Business läuft dann gut, wenn wir voll in Produktion sind.“ Zu den Gründen dafür, warum es überhaupt zum Streik gekommen ist, sprach Moonves gegenüber Variety von „Misskommunikation“, die in den frühen Verhandlungen stattgefunden habe.
„Eine prozentuale Beteiligung an den Streaming-Einnahmen war wichtig für die WGA und ich verstehe das“ (!), sagte Moonves. „Wir werden niemals wissen, ob sie diese Dinge erreicht hätten, wenn sie nicht gestreikt hätten.“ Wer hätte das gedacht? Ein Konzernchef, der - wenn auch im Nachhinein - Verständnis für einen Arbeitskampf zeigt. Moonves erklärte weiter, dass es nun wichtig sei, nicht nach hinten, sondern nach vorn zu schauen. Für die Zukunft schlug er außerdem vor, dass sich Gewerkschaften und Arbeitgeber vielleicht häufiger als nur einmal in drei Jahren zusammensetzen und miteinander über die sich rapide verändernden Medien- und Geschäftsmodelle unterhalten sollten. Für die Beendigung des Streiks sei es auf jeden Fall von unschätzbarem Wert gewesen, dass sich Gewerkschaftsführung und CEOs (neben Moonves auch noch vor allem Robert Iger von Disney und Peter Chernin von der News Corporation) zu eingehenden, persönlichen Gesprächen getroffen hätten.
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