Quarterlife: Vielleicht doch noch im TV?

Edward Zwick im Jahr 2003 beim Dreh von „The Last Samurai“
(c) Warner Brothers Ent.
Bekanntlich streiken die amerikanischen Autoren momentan, um eine Beteiligung an den Einnahmen einer Internetverwertung ihrer Erzeugnisse zu erwirken. Ein bisschen Paradox erscheint es da, dass der amerikanische Sender NBC sich laut The Hollywood Reporter mit dem Gedanken trägt, eine eigentlich für das Internet konzipierte Serie ins Fernsehen zu holen, wenn sich denn ein Deal ergibt.
Für den Hintergrund muss man ein bisschen ausholen. In Deutschland vermutlich weitgehend unbekannt, sind die Produzenten Ed Zwick und Marshall Herskovitz in den USA eine feste Größe. Als Tom Cruise sich mit „The Last Samurai“ einen Oscaraspiranten maßschneiderte, holte er sich die beiden an Bord und übergab - ja, so mächtig ist Cruise in seinen Projekten - Zwick die Regie.
Berühmt-berüchtigt ist die Geschichte der Werke von Zwick/Herskovitz und ihr zumeist eher tragisches Schicksal beim amerikanischen Sender ABC. Es begann recht erfolgreich mit „thirtysomething“, einer Serie um die Lebensängste einer Gruppe von Freunden Anfang dreißig. Dort lernten viele Darsteller ihr Handwerk (und das des Regiseurs und Produzenten gleich mit), die heutzutage aktuellen Serien prägen: Darsteller/Produzent/Regisseur Ken Olin (produzierte „Alias“, momentan „Brothers & Sisters“), dessen für thirtysomething dreifach Emmy-ausgezeichnete Ehefrau, Darstellerin Patricia Wettig („Alias“, „Prison Break“, aktuell „Brothers & Sisters“), Darsteller/Regisseur/Produzent Timothy Busfield („The West Wing“, „Ed“, „Studio 60 on the Sunset Strip“), Darsteller/Produzent/Regisseur Peter Horton (ausführender Produzent bei „Grey's Anatomy“, Regiseur des Piloten von „Dirty Sexy Money“), und wer am letzten Wochenende „Tell Me You Love Me“ gesehen hat, der durfte die Regiearbeit von Melanie Mayron bewundern.
Nach vier Jahren wurde die Serie eingestellt. Es folgte mit einiger Verzögerung die seit kurzem auch in Deutschland auf DVD erhältliche Teenage-Angst Serie „My so-called Life“ (Willkommen im Leben), die es nur auf 17 Episoden brachte - weil sich ihre treue Fanbase 1994 leider erst bei Wiederholungen formierte. Aus der Serie ging der Shootingstar Claire Danes hervor, sowie der Frauenschwarm Jared Leto.
Erfolgreicher lief da schon „Once and Again“ (Nochmal mit Gefühl, zuletzt bei VOX ausgestrahlt). Die Serie konnte wiederum mehrere Nominierungen und einen Emmy einheimsen. Inhaltlich ging es um eine Großfamilie, die sich bildete, als die jeweils vierzigjährigen und geschiedenen Mutter und Vater zweier Familien (mit jeweils zwei Kinder) sich näher kamen. In dieser hervorragenden Dramaserie spielten Sela Ward (Emmy-Ausgezeichnet; in der ersten Staffel von „House, MD.“ dessen Ex-Freundin Stacy), Billy Campbell („The 4400“), Marin Hinkle („Two And A Half Men“), Shane West (zuletzt „Emergency Room“) und Evan Rachel Wood (neben einer erfolgreiche anlaufenden Filmkarriere vor allem bekannt geworden als momentane Lebensgefährtin von Marylin Manson.
Aber die Serie hatte auch herausragende wiederkehrende Gaststars in Form von Patrick Dempsey (in einer Emmy-Nominierten Rolle als ein Schizophrener) und Mischa Barton (in einer ersten lesbischen Rolle, von der sich etliche Szenen auch heute noch bei YouTube finden).
| Seite: 1 2 | ![]() |

| Link: | |
HTML ![]() | |
Forum ![]() |








Serienjunkies abonnieren 
Newsletter






