NBC: Silverman teilt aus


NBC: Silverman teilt aus
Ben Silverman, der Neue bei NBC, fährt gegen seine Konkurrenten schweres (Verbal-) Geschütz auf
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Ben Silverman, der Programmchef von US-Network NBC, hat in einem Interview mit dem amerikanischen Magazin Esquire seinen Amtsvorgänger Kevin Reilly, heute Programmchef von Fox, und seinen ABC-Gegenpart Stephen McPherson heftig attackiert.

Man könnte sich an den Kopf fassen und laut schreien. Hollywood befindet sich in einer der größten Krisen der letzten Jahrzehnte. Die Drehbuchautoren befinden sich im Streik. Am Donnerstag stimmen die Nachrichtenjournalisten darüber ab, ob sie es ihren Kollegen von der Fiktion gleichtun. Am Broadway sind die Lichter ausgegangen, weil sich auch die Bühnenarbeiter im Ausstand befinden. Und Ben Silverman hat nichts Besseres zu tun, als jene Real Life Soap Opera fortzusetzen, die er und seine Kollegen bereits den ganzen Sommer hindurch aufgeführt haben.

„NBC: Silverman teilt aus“ nachzulesen bei Serienjunkies

Doch der Reihe nach: Silverman hatte im Sommer Kevin Reilly als Programmchef von NBC abgelöst, was vor allem deshalb für einigen Wirbel gesorgt hatte, weil Silverman und Reilly zuvor Freunde waren - und Silverman als Produzent seinen großen Erfolg mit „The Office“ einzig und allein der Geduld seines Freundes Reilly verdankte (Serienjunkies vom 29. Mai 2007). Das hatte einen anderen Freund von Reilly, Stephen McPherson von ABC, so wütend gemacht, dass er öffentlich einige sehr deutliche Worte an Silverman gerichtet hat („Er ist entweder ahnungslos oder blöd.“; „Er hatte keine Ahnung, was vor sich ging? Hat er in einer Höhle gelebt?“) (Serienjunkies vom 26. Juli 2007).

Das wollte Silverman wohl so nicht auf sich sitzen lassen und setzte in dem Esquire-Interview zur Generalabrechnung mit den beiden Konkurrenten an - natürlich nicht, ohne sich dabei die Gelegenheit zur ausgiebigen Selbstbeweihräucherung entgehen zu lassen: „In der Medienindustrie hat es schon lange keinen Chef mehr wie mich gegeben. Traditionellerweise steigen die Leiter der Entwicklungsabteilung durch einen speziellen Unterbereich des Fernsehgeschäfts auf - Prime Time, Network und Fiction-Programme. Sie sind im Prinzip D-Girls.“ D-Girls ist im Hollywood-Slang eine abwertende Bezeichnung für Frischlinge in der Entwicklungsabteilung ohne jede echte Macht. „Das ist, was Steve McPherson ist, und das ist, was Kevin Reilly ist. Es ist ein schlechter Umgangston, aber sie sind beide D-Girls.

Und es geht noch weiter: „Was mich so einzigartig macht, ist die Tatsache, dass ich ein Unternehmer bin. Ich bin ein Geschäftsmann, der große Risiken eingegangen ist und auf der ganzen Welt gearbeitet und dabei in jedem Genre, das man sich nur vorstellen kann, entwickelt hat.“ Weitere Spitzen gegen Reilly in dem Interview beinhalteten u.a. den Vorwurf, dass dieser bei NBC eine ganze Reihe von Fehlern gemacht habe (z.B. mit „Studio 60 on the Sunset Strip“ und „30 Rock“ zwei thematisch sehr ähnliche Serien gleichzeitig ins Programm genommen, die zudem auch noch beide Zahlen im Titel trugen: „Das ist so offensichtlich verkehrt. (...) Ich hätte das niemals gemacht.“).

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Christian Junklewitz am Dienstag, 13.November 2007 06.00 Uhr

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