NBC 2009: Der Flickenteppich

Das US-TV steht Kopf: Trotz guter Quoten kein Platz für „Medium“ im neuen NBC-Programm
(c) NBC
Heute hat auch NBC - mit zwei Wochen Verspätung gegenüber dem ursprünglich vorgesehenen Infront-Termin - sein Programm bekannt gegeben: Senderchef Ben Silverman schwärmt, dass er den Herbst kaum abwarten könne. Für den geneigten Beobachter ergibt sich jedoch schon wesentlich weniger Grund zum Enthusiasmus.
Die obligatorische Frage, ob es das Licht am Ende des Tunnels oder der entgegenkommende Zug ist, kann in Zusammenhang mit dem neuen NBC-Programm zweifelsfrei mit Letztgenanntem beantwortet werden. Denn ein probates Mittel, um gegen die notorische Quotenschwäche des derzeit viertplatzierten Networks anzukämpfen, ist auch bei den diesjährigen Upfronts nicht zu erkennen. Im Gegenteil: Weniger denn je gibt es eine kohärente Strategie, um beim großen Publikum wieder Fuß zu fassen.
Doch der Reihe nach: Es gibt auch Elemente am neuen NBC-Programm, die Sinn ergeben: Die Teilung in Herbst und Frühjahr zum Beispiel, die sich aus der Platzierung der Olympischen Winterspiele im Februar ergibt, welche der Sender auch und nicht zuletzt als Promotion-Plattform für die neu startenden Midseason-Serien zu nutzen hofft. Diese Idee hat zwar schon im vergangenen Jahr bei den Olympischen Sommerspielen nicht wirklich funktioniert. Aber versuchen kann und muss es NBC natürlich aufs Neue.
Der Comedyblock am Donnerstag ist weit von seiner früheren Quoten-Bestform entfernt, trotzdem versucht der Sender sein Möglichstes, um die Sitcoms wieder flott zu bekommen: Ob sich die Herausnahme von „My Name is Earl“ und dessen Ersatz „Community“ die Quoten unmittelbar zum Positiven wenden werden, darf bezweifelt werden. Deutlich vielversprechender ist da schon der Schritt, den Comedyblock in den ersten Herbstwochen mit „SNL Weekend Update“, dem Ableger des zuletzt sehr erfolgreichen Comedy-Klassikers „Saturday Night Live“, einzuleiten, um auf diesem Weg, Zuschauer für die nachfolgenden Sitcoms zu aggregieren.
Das Hauptproblem, das NBC an den übrigen Nächten hat (und das sich sogar gegenüber der Schienen-Strategie vom vergangenen Jahr verschärft hat (Serienjunkies vom 2. April 2008)), ist der Mangel an Kohärenz, der Mangel an Blockbildung. Durch die Hereinnahme der werktäglichen „The Jay Leno Show“ ist NBC ja ohnehin - so weit es das fiktionale Serienangebot betrifft - zum Zwei-Stunden-am-Tag-Sender geworden. Das macht die Bildung von möglichst stimmigen Serien-Kombinationen umso wichtiger, da man niemals mit dem s.g. „Hammocking“ (Bildung einer „Hängematte“, d.h. eine schwächere Serie wird zwischen zwei starken platziert, um Zuschauer „durchzuschleifen“ und damit die Quote der mittleren Serie zu heben) arbeiten kann, für das man ja mindestens drei Serien braucht. Die Zweier-Kombo verlangt für einen guten Audience Flow eine optimale Passung zwischen den beiden Partnern. Und da sieht es im NBC-Programm schlechter denn je aus.
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Christian Junklewitz am Dienstag, 19.Mai 2009 19.45 Uhr
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