Musikjunkies: Das feine Gespür von Zach Braff

Rezension des Soundtracks zum Film „Garden State“


Mit „Scrubs“ wurde er berühmt: Zach Braff
© NBC
Foto: Mitchell Haaseth

Er gehört zu den besten Filmsoundtracks der letzten Jahre: Garden State, zusammengestellt von niemand geringerem als „Scrubs“-Star Zach Braff. Eine überaus gelungene Indie-Zusammenstellung, die man sich jeden Tag anhören kann.

Dass Zach Braff urkomisch ist, wussten wir schon. Auch dass er nicht nur alberne Rollen wie die seines Alter Egos J.D. im Dauerbrenner „Scrubs“ beherrscht, sondern auch durchaus ernst sein kann, hat er bereits in der Sitcom, spätestens aber mit seiner lethargischen Rolle in dem Coming-of-Age-Film „Garden State“ (2004) bewiesen. Und noch mehr haben wir dank dieser melancholischen Dramedy gelernt: Braff kann nicht nur schauspielern, sondern ist auch Autor, Regisseur - und hat ein Händchen für Musikauswahl.

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Beim Soundtrack zu „Garden State“ war er als Executive Music Producer für die Auswahl der Songs verantwortlich und traf damit ins Schwarze, denn dieses Album gehört zu den besten Filmsoundtracks der vergangenen Dekade. Er hat das nachdenkliche „Fair“ von Remy Zero, deren Song „Save Me“ seit jeher Titelthema der Serie „Smallville“ ist; und durfte Coldplays grandioses „Don't Panic“ als Opener nutzen.

Auch Colin Hay von der australischen Band Men At Work ist vertreten (mit dem Song „I just don't think I'll ever get over you“). Zach Braff hat den vergessenen Musiker auch schon mehrfach in Cameos zu „Scrubs“ geholt. Das sommerlich leichte Gitarrenstück „Winding Road“ verdankt der Soundtrack ebenfalls Braffs Feingefühl - in diesem Fall seiner damaligen Beziehung zu Schauspielerin Bonnie Somerville („Cashmere Mafia“, „Friends“), die den Song interpretiert.

Aber auch wirkliche Indie-Größen sind vertreten, so zum Beispiel der Klassiker „New Slang“ von The Shins („I'm looking in on the good life I might be doomed never to find.“), den Natalie Portmans Charakter Sam Zach Braffs Andrew bei deren erster Begegnung zu hören gibt: „Das wird dein Leben verändern“, sagt sie - und hat Recht, wie sich später in der herrlichen finalen Szene zeigt. Der Film hat ein ihm angemessenes, sanftes, nicht zu kitschiges Happy End, unterlegt mit dem wunderbar passenden „Let Go“ von Frou Frou: „These Mishaps / You Bubble Wrap / When You've no Idea What You're Like / So Let Go, Jump In / Oh Well, Whatcha Waiting For / It's Alright / 'Cause There's Beauty in The Breakdown“.

Mit Ausnahme des ungewöhnlichen „Lebanese Blonde“ von Thievery Corporation ist der Soundtrack zu „Garden State“ einer der wenigen, die man jeden Tag über Jahre hören kann, ohne dass sie einem langweilig werden. Und einer von denen, die den Hörer stets in den Film zurückversetzen, in diese triste New-Jersey-Kulisse zwischen lauter verkorksten Kleinstädtern, in der die Musik das einzige ist, was einem den Verstand bewahrt. Würden wir in Musikjunkies Sterne verteilen, hätte dieser Soundtrack sechs von fünf verdient.

Den Soundtrack zum Film hier bestellen.

Die Trackliste gibt's auf der nächsten Seite.

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Carolin Neumann am Samstag, 16.Januar 2010 10.00 Uhr

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6 Leserkommentare

shiri vor 3 Jahren:Platz 94 in der Community Top-100

Den Film fand ich nur solala, aber der Soundtrack ist wirklich richtig toll! Hab auch eine von den Szenen gefunden, wo der Australier in "Scrubs" dabei ist, sehr lustig: http://www.youtube.com/watch?v=jrGmcuj44DQ

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sik_87 vor 3 Jahren:letzter Platz in der Community Top-100

"Mit Ausnahme des ungewöhnlichen „Lebanese Blonde“ von Thievery Corporation"

Das ist mit Abstand mein Lieblingstrack auf dem Album :/

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oeLLehm vor 3 Jahren:

"Coming-of-Age-Film 'Garden State' "

Höö? Coming-of-Age? Hab ich was verpasst? Welcher Charakter ist denn da ein Teenager? Die sollen doch alle Mitte zwanzig sein.

Übringes einer meiner Lieblingsfilme. Das Ende fand ich schon etwas zu kitschig, aber dafür haut die Musik ordentlich was raus.

Mein Lieblingstrack ist "New Slang" von The Shins. Aber "Don't Panic" von COldplay ist auch nicht schlecht.

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CaroNeumann vor 3 Jahren:Platz 65 in der Community Top-100

Ich verstehe Coming-of-Age nicht ausschließlich als das dem Teenager-Dasein-Entwachsen, sondern das Erwachsenwerden generell. Und das zieht sich meines Erachtens auch bis in die Zwanziger...

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DerSmido vor 3 Jahren:Platz 68 in der Community Top-100

Bester Soundtrack ever... na ja neben "Fear and Loathing" oder auch "Gone in Sixty Seconds" vieleicht! Ist auf jeden Fall eines der Alben das eigentlich keine "Hänger" hat, also wo man eigentlich kein schlechtes Lied drauf findet. Der Zach hats halt drauf!

Für mich nicht nur einer der besten Soundtracks, sondern auch einer der besten Filme der letzten Jahre! Man sollte ihn auf jeden Fall 2 mal schaun, um alles auch genau mitzubekommen! Mir zumindest sind viele Szenen erst beim 2. Mal richtig klar geworden.

"Coming-of-Age-Film" übrigens, da er ja seit dem Kindesalter unter Medikamenten stand und erst jetzt, da er sie absetzt, begreift was das Leben einem eigentlich zu bieten hat, bzw. was damals genau passiert ist. Er fängt hal erst im Laufe des Films an sich selbst und seine Gefühle/Ängste/Wünsche kennenzulernen! Auch wenn er schon 26 ist, passt es, meiner Meinung nach, daher doch als Bezeichnung.

Auch ja... bestes Lied ist übrigens "The only living Boy in New York"! Da geht nich drüber!

http://www.youtube.com/watch?v=e-QUAATTfu

-

zule tzt geändert:17.01.2010 10:35

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anika vor 3 Jahren:Platz 52 in der Community Top-100

Reichlich spät der Artikel, oder? Aber recht hat er, denn das war ein klasse Soundtrack zu nem tollen Film. The Shins höre ich allgemein sehr gerne (die hört man ja auch mal bei den "Gilmore Girls" ) und "Such Great Heights" von The Postal Service gehört zu meinen Lieblingssongs, auch die Version im Film ist schön...

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