Mr. Monk und das Serienfinale

Gedanken zum Serienabschluss von «Monk»

Mr. Monk und das Serienfinale
Der Cast von „Monk“: (v.l.) Jason Gray-Stanford, Tony Shalhoub, Traylor Howard und Ted Levine
© USA Network / Foto: Andrew Eccles

Am vergangenen Freitag, den 4. Dezember, ging nach acht Staffeln und 125 Episoden die Krimi-Serie „Monk“ in den Vereinigten Staaten zu Ende. Wie auch in den meisten Episoden griffen die Macher der Serie für das Finale tief in die Klischeekiste. Eine Betrachtung von Bernd Krannich.

Here is what happend

„Mr. Monk und das Serienfinale“ nachzulesen bei Serienjunkies

Für die letzte Episode der Krimi-Serie „Monk“ erwarteten die Zuschauer vor allem die Auflösung der drückendsten Frage der Serie: Wer war dafür verantwortlich, dass Trudy Monk (Melora Hardin) bei einer Autobombenexplosion ums Leben kam? Und damit indirekt auch dafür, dass ihr Ehemann, der Polizist Adrian Monk,Monk (Tony Shalhoub) einen Nervenzusammenbruch erlitt, vier Jahre lang praktisch über kein Leben mehr verfügte und auch in den acht Jahren danach in seinem persönlichen „Streben nach Glück“ sehr eingeschränkt war.

Warum Trudy sterben musste
Wie so häufig bei „Monk“ machten es die Produzenten in der „Who dunnit“-Frage nicht sonderlich spannend: Am Anfang der letzten Episode, „Mr. Monk and the End (Pt 2)“ kann Adrian ein Videoband anschauen, in dem seine Frau kurz vor ihrem Tod eine Beichte ablegt - in der Befürchtung, dass ihr bald etwas zustoßen könne.

Sie habe in ihrer College-Zeit und vor ihrer Bekanntschaft mit Adrian eine Affäre mit ihrem verheirateten Jura Professor gehabt. Sie sei schwanger geworden, habe eine Tochter zur Welt gebracht, die aber nach nur wenigen Minuten gestorben sei. Die Sache sei im wahrsten Sinn „begraben“ worden. Aber nun, knapp 15 Jahre nach der Geburt, habe ihr ehemaliger Geliebter wieder Kontakt mit ihr aufgenommen. Und die damalige Hebamme ist in Adrians damals aktuellem Fall verschwunden.

Schema F

Der Zuschauer weiß jetzt - gerade einmal fünf Minuten nach Beginn der Episode - eigentlich schon alles. Der Mörder ist benannt und war bereits in der Vorepisode eingeführt worden (und wird von Gaststar Craig T. Nelson dargestellt). Und natürlich ist Trudys Tochter nicht wirklich tot, das ist halt ein gängiges Fernsehklischee. Nach weiteren fünf Minuten flimmert unter den Gaststars dieser Episode der Name Alona Tal über den Bildschirm, und da weiß der Serienjunkie auch, dass Trudys Tochter also von der aus „Veronica Mars“, „Cane“ und „Supernatural“ bekannte Darstellerin porträtiert werden wird.

Der Rest der Episode ist ebenfalls sehr klischeebeladen. Adrian kämpft bereits seit der Vorepisode mit einer tödlichen Vergiftung (der Zuschauer weiß also, dass er - laut Klischee - das Serienfinale überleben wird).

Der Täter muss noch beweiskräftig überführt werden, aber Adrian steht der Sinn nach „Auge um Auge“. Auch hier ist vom Gesamtton der Serie „Monk“ her klar, dass Adrian sich nicht blutig rächen wird, er ist nun mal kein Jack Bauer. So hat Adrian im Lauf der Handlung dann eine seiner üblichen genialen Eingebungen, presst ein Geständnis aus dem Mörder seiner Frau ... und ist dann wegen seiner Vergiftung zu schwach, um seine Rache vollziehen zu können. Der Schuldige richtet sich selber, da alle seine Vertuschungsversuche nun aufgeflogen sind. Monk wird schnell noch von seiner Vergiftung geheilt, und schließlich wird auch den Figuren klar, dass Trudys Tochter noch am Leben ist - das Serienfinale kann beginnen.

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Bernd Michael Krannich am Sonntag, 6.Dezember 2009 13.30 Uhr

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Ein Leserkommentar

little_big_man vor 3 Jahren:Platz 92 in der Community Top-100

Das Finale war gut und berührend....zumindest solange man es nicht genauer zu analysieren beginnt und die Schwächen aufdeckt (vor allem die viel zu simple Auflösung des Trudy-Falls ohne irgend einen Bezug zu Dale the Whale oder allen anderen beteiligten Figuren).

Ich fand es aber auch sehr schade, dass die Charakterentwicklungen viel zu überhastet kamen am Ende. Wenn man 16 Episoden Zeit hat die Charaktere aufs Finale vorzubereiten, warum macht man dann zuerst ca. 11 Standalone Episoden und packt alle Charakterentwicklungen in die letzten ca. 5 Episoden? Absolut unverständlich...

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