Und noch 'ne Krankenhaus-Serie! Brauchen wir das wirklich? Serienjunkies.de-Autorin Carolin Neumann sagt: Im Fall von „Mercy“ definitiv! Denn der Neuzugang hat nicht nur Michelle Trachtenberg im Hello-Kitty-Pullover, sondern die schönste Krankenhaus-Liebegeschichte seit „Grey's Anatomy“.
Das waren noch schöne Zeiten in „Grey's Anatomy“: Meredith und Derek hatten sich gerade erst kennengelernt - sie versuchte, ihn cool auf Distanz zu halten und er ließ sich nicht abwimmeln. Dann der fantastische Fahrstuhl-Kuss und von da nahm die Liebesgeschichte ihren Lauf. Verkorkstere Romantik hat es seither nicht mehr gegeben - bis jetzt. Doch dann kamen Taylor Schilling und James Tupper.
„Mercy: Das neue Grey's?“ nachzulesen bei Serienjunkies
Mit „Mercy“ startete in der vergangenen Woche bei NBC ein Medizin-Drama mit den beiden in den Hauptrollen. Schon wieder eins, könnte man murren, doch diese neue Serie hat gleich mehrere interessante Aspekte, die sie auch nach Episode zwei weiterhin sehr sehenswert macht: Im Zentrum stehen, wie es augenblicklich im Trend zu sein scheint, nicht die Ärzte, sondern die Krankenschwestern. Anders als im heillos überschätzten „HawthoRNe“ jedoch ist das „Mercy“-Trio keineswegs zur Rettung der Welt angetreten, sondern mit bescheideneren Zielen und in wesentlich bescheidenerem Ton als „HawthoRNe“-Hauptdarstellerin Jada Pinkett Smith (Serienjunkies vom 02.08.2009). Und das, obwohl Veronica, die Krankenschwester im Mittelpunkt von „Mercy“, gerade erst aus dem Irak heimgekehrt ist und damit durchaus einen Grund für den Gottkomplex hätte, der an Pinkett Smiths Figur in „HawthoRNe“ stets so störte.
Ihre Erfahrungen im Krieg machen Veronica damit gleichzeitig zu einer Hauptfigur mit unheimlichem Potential, denn in den ersten beiden Folgen ist ihre posttraumatische Belastungsstörung nur oberflächlich thematisiert worden: So träumt sie nicht nur vom Krieg, sondern warf sich in der ersten Episode schützend zu Boden, als sie ein lautes Geräusch hörte. Es ist zu erwarten, dass ihre Erfahrungen an der Front weiter thematisiert werden und ernster genommen werden als in „Grey's Anatomy“, wo Kevin McKidds Dr. Owen Hunt in der vergangenen Staffel eine geradezu lächerliche Wunderheilung erlebte.
Und wo wir gerade bei „Grey's Anatomy“ sind: In der ersten Folge trifft Veronica auf den neuen Arzt am Mercy Hospital, Dr. Chris Sands, um sogleich festzustellen, dass sie einander nicht fremd sind. Veronica, daheim in New Jersey nicht ganz so glücklich verheiratet mit ihrem untreuen Highschool-Freund, und der Doc hatten drüben im Irak eine Affäre. Und danach zu urteilen, wie tief sie sich bei jeder Begegnung in die Augen schauen, war es nicht nur was Körperliches. Ihre sexuelle und emotionale Spannung ist vielversprechend, zumal Veronica nach ihrer Rückkehr versucht, ihre Ehe zu retten, Dr. Sands aber eigens nach New Jersey gezogen ist, um mit ihr zusammen zu sein. Ehemann Mike ist quasi die Addison in „Mercy“s Dreiecksgeschichte. Schade, dass die Macher bildlich erklären, an was Veronica beim Anblick ihres Lovers denkt, und sich nicht auf die Chemie der beiden Darsteller verlassen.
Untreu und unheimlich liebenswürdig
Tupper trägt bei seinem ersten Auftauchen ausgerechnet ein kariertes Hemd, als wollte er uns daran erinnern, wie schmerzhaft unbefriedigend seine letzte Serie, „Men in Trees“, beendet wurde. Er gehört gleichzeitig zu einem der Gründe, warum sich das Dranbleiben definitiv lohnt: der Cast. Neben Taylor Schilling und James Tupper als unglücklich Verliebte, ist die noch recht unbekannte Schauspielerin Jaime Lee Kirchner („Just Legal“) als Krankenschwester mit Bindungsängsten zu sehen. Das Schwestern-Trio wird komplettiert von Michelle Trachtenberg („Buffy“), die den naiven Jungspund frisch aus der Ausbildung spielt. Leider haben die Macher sie in allzu offensichtlich kindliche Hello-Kitty-Klamotten gesteckt, obwohl Chloe schon in der zweiten Folge beweist, dass sie keineswegs das kleine Mädchen ist, das sich nicht durchsetzen kann - und erst recht nicht dem in vielen Krankenhausserien gängigen Standard der Anfängerin mit piepsiger Stimme entspricht.
Gucken oder sein lassen? Das Fazit gibt's auf der nächsten Seite.
Kann dem nur zustimmen. Habe vom Piloten wirklich gar nichts erwartet (als Buffy-Fan wollte ich Michelle Trachtenberg mal wieder sehen!) und war dann sehr positiv überrrascht. Kate Mulgrew als versoffene Asi-Mutter bekommt von mir zudem eine glatte Eins... Werde dranbleiben!!!
2. DerSmido:Am Donnerstag, 1.Oktober 2009 um 14.36 Uhr:
Gar zu gut fand ich die Szene aus der 2. Folge wo Sands Callahan vor'm Eingang anbrüllt wie sch... doch New Jersey ist und er nur wegen ihr dort ist!! Ich bin fast umgefallen vor Lachen!
Also die Serie bietet sowohl tiefgründige Dramathemen (Krieg, kaputtes Elternhaus, Dreiecksbeziehung usw...) als auch Comedy! Wie gesagt, wenn man sich noch ein bissl mehr an die Realität hält was die Ärzte/Pfleger Beziehung im Bezug auf Patienten eingeht, könnte die Serie wirklich as werden!
Edit @ Brishen
Stimmt die gute Frau Capitain in solch einer Rolle zu sehen ist grandios! Wieder solch ein comedylastiger Handlungsstrang!
--
zuletzt geändert:01.10.2009 14:59
3. lilu81:Am Donnerstag, 1.Oktober 2009 um 15.06 Uhr:
uuuhhh !!!! neue krankenhausserie ?! muss ich sehn !!!
aber ich krieg die krätze wenn ich Dawnie die Nervensäge wieder sehn muss *löl* ich schau's mir trotzdem mal an...
war anfangs verwirrt wegen dem namen. Mercy Hospital und die Fusion bei Grey's mit dem Mercy West *verwirrtguck*
4. Erica:Am Donnerstag, 1.Oktober 2009 um 15.42 Uhr:
Ok, nach dem Desaster mit Hawthorne hatte ich eigentlich beschlossen die Serie zu ignorieren. Aber wie das so mit Plänen ist... hab doch mal reingeschaut. Und ja, die Chemie zwischen James Tupper und Taylor Schilling stimmt, aber das wars dann auch schon.
Angefangen davon das ein (aus meiner Sicht) vollkommen unnötiger Krieg die Basis für die meisten Storylines liefert, fand ich es langweilig. Und die Musikstücke wirkten irgendwie immer deplaziert, keine Ahnung wieso. Ich werde die Serie nicht weiterschauen
5. DJ Doena:Am Donnerstag, 1.Oktober 2009 um 15.42 Uhr:
@Erica: Aber es ist nun mal Krieg und es ist wichtig, dass das thematisiert wird. Geschieht in Deutschland ja nun überhaupt nicht, in den meisten US-Serien bisher auch nur am Rand. Deswegen sage ich: Mehr davon!
7. KSC-Baby:Am Donnerstag, 1.Oktober 2009 um 17.36 Uhr:
Ist ja alles schön und gut, aber das klingt alles TOTAL nach Grey's.... abgesehen natürlich von den Unterschieden, die eingebaut werden, um es nicht zu auffällig zu machen... ich will über die Qualität der Serie nichts sagen, weil ich sie noch nicht gesehen hab, aber die Inhaltsangabe hat mich schon ziemlich geärgert!
8. Erica:Am Donnerstag, 1.Oktober 2009 um 18.15 Uhr:
@ CaroNeumann: Das ist sicher Geschmackssache, aber ich möchte von Serien unterhalten werden.
Und außerdem kann ich die glorifizierende Darstellung dieses Krieges in den meisten US-Serien (wie eider auch in Mercy) nicht ausstehen.
Ein klassiker ist zum Beispiel Arizonas bescheuerte Rede im letzten Staffelfinale von Greys... das nur nebenbei.
9. CaroNeumann:Am Donnerstag, 1.Oktober 2009 um 19.15 Uhr:
@Erica: Oh ja, das war arg daneben. Aber ich fürchte, es gibt genügend Amerikaner, die so denken. Und wenn sie selbst dabei waren bzw. ein Familienmitglied, dann sowieso. Ich habe für "Mercy" noch Hoffnung, dass sie's anders anpacken. Aber wir werden sehen.
10. DJ Doena:Am Donnerstag, 1.Oktober 2009 um 20.11 Uhr:
So, gerade mal den Piloten von Merci geguckt. Ich hab Grey's nie geguckt, kanns also nicht vergleichen, aber was ich hier gesehen habe, war mir einfach viel zu banal. Das war ja fast so schlimm wie Schwester Stefanie. Zuviel Fokus auf as verkorkste Leben des Hauptcharakters und zu wenig Fokus auf das Krankenhaus und die anderen Charaktere.
Ne, die einzig gute Krankenhausserie bleibt ER.
11. Swarley:Am Montag, 5.Oktober 2009 um 13.35 Uhr:
Als ich von Mercy hörte dachte ich mir...ahhh ne lass ma kein Bedürfnis nach nem Medical-Drama...
Dann hab ich hier die Review gelesen und irgendwie war plötzlich mein Interesse geweckt. Den Piloten geschaut und ich muss doch sagen dass ich dran bleiben werde.
Ich war nie ein großer Fan von Grey's also könnt ich jetzt auch gar nicht so recht erklären warum mir Mercy gefällt...Vielleicht liegts an dieser ganz besonderen Ausstrahlung die Taylor Schilling hat..zumindest auf mich...
Anyways Danke für die Review, ohne die hätt ich der Serie keine Chance gegeben.. :-)
Ich habe jetzt 3 Folgen gesehen. Die Krankenhausausstattung ist wohl sehr realistisch. Ich finde es gut, dass sich mal jemand an das Thema "Arbeit in Kriegsgebieten und die Auswirkungen" ran wagt.
Allerdings finde ich, dass die Hauptdarstellerin davon überfordert ist. Ich würde ihren Schauspielstil als Overacting bezeichnen. Zuviel Gesichtsakrobatik, zu viel Hände. Die anderen Darsteller sind sehr gut.
Die Story/Umsetzung überzeugt mich aber nicht. Es gibt keine richtige Struktur. Orientierungslos laufen die Darsteller durch die Gegend und ich war froh, wenn sie ihre Patienten dann doch irgendwo gefunden haben und ein paar sinnvolle Sätze dazu raus bekamen. Die privaten Verwicklungen hat man irgendwie auch schon alle mal irgendwo besser umgesetzt gesehen. Nichts Neues und an Grey's Qualität kommt die Serie nicht ran.
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