Lost: Die Macher lassen sich in die Karten schauen

Lost: Die Macher lassen sich in die Karten schauen
Wird gerade für uns zubereitet: Das letzte „Lost“-Mahl
(c) 2010 ABC

Auf dem Payley Fernsehfestival in Los Angeles haben sich die Autoren und Schauspieler der Mysteryserie „Lost“ den Fragen der zahlreich erschienenen Fans gestellt - und tatsächlich einige Hinweise auf das Ende sowie dessen Entstehungsprozess gegeben.

Besucherrekord auf dem Payley Fernsehfestival in Los Angeles: Mit rund 1900 Fans war das „Lost“-Panel am Samstagabend die bislang am besten besuchte Veranstaltung des gesamten Festivals. Angesichts der Hochspannung, mit der die letzten Folgen von „Lost“ erwartet werden, auch kein Wunder.

„Lost: Die Macher lassen sich in die Karten schauen“ nachzulesen bei Serienjunkies

Während in Hawaii nach überstandener Tsunami-Angst gerade die Dreharbeiten zur 15. Folge der sechsten Staffel begonnen haben, sind die Autoren Damon Lindelof und Carlton Cuse momentan damit beschäftigt das Drehbuch zum Finale der Serie fertigzustellen. Das Finale war dann natürlich auch auf dem Payley Festival Gegenstand zahlreicher Fragen, allen voran: Wird das Ende alle Fragen, die die Serie aufgeworfen hat, beantworten?

Dazu sagte Cuse, dass sie schlichtweg nicht die Zeit dafür haben werden. Deswegen werden tatsächlich manche Fragen unbeantwortet bleiben, wie beispielsweise wer der Mann in „The Economist“ gewesen ist, den Sayid auf dem Golfplatz erschiesst. „Lost“ sei, so Cuse, wie ein Eisberg. Es gibt den Teil über Wasser, den man sieht, und den Teil unter Wasser, den man nicht sieht. In vielen Fällen, nämlich dann, wenn es besonders cool oder interessant sei, würden die Autoren auch Dinge aufgreifen, die den unteren Teil betreffen.

Sein Kollege Lindelof stellte noch einen weiteren Vergleich auf: Mit dem Schreiben der letzten Folgen von „Lost“ würde es sich wie mit der US-Kochsendung „Top Chef“ verhalten: Sie müssten sich entscheiden, welche Zutaten, die sie vorher gekauft haben, sie dann auch tatsächlich verwenden. Der Entstehungsprozess von „Lost“ sei ganz ähnlich.

Dabei sind sich die Macher des Erwartungsdrucks, der auf ihnen lastet, sehr wohl bewusst. So erklärte Mit-Autor Edward Kitsis, dass er noch während der ersten und zweiten Staffel der Serie meistens mit Fragen seitens der Fans konfrontiert wurde, wie beispielsweise, was es mit dem schwarzen Rauch auf sich habe. Heute dagegen heisse es immer nur: „Vermasselt es nur nicht!

Cuse und Lindelof beabsichtigen, nach Ausstrahlung der Finalfolge keine weiteren Erklärungen oder Erläuterungen vorzunehmen. Die Serie solle für sich selbst stehen (und das Finale für sich selbst sprechen), ohne dass sie hinterher eine definitive Festlegung vornehmen, was die Serie zu bedeuten hatte. Vielmehr solle, so Cuse, „Lost“ in der Vorstellung und im Dialog der Fans „als organisches Wesen weiterleben“. Denn schließlich, so fügte Lindelof hinzu, „müssen wir respektieren, dass das Publikum unendlich intelligenter ist als wir selbst. Was die Zuschauer auch bewiesen haben.

Was den tatsächlichen Fortgang der Handlung angeht, liessen sich die Macher dazu bewegen, auf eine Reihe von Ja-oder-Nein-Fragen zu antworten. (Weiterlesen auf Seite 2)

Links dieses Beitrags: Lost, Lance Reddick, Malcolm David Kelley
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Christian Junklewitz am Montag, 1.März 2010 10.15 Uhr

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5 Leserkommentare

oeLLehm vor 2 Jahren:

Ich glaube, ich werde sehr zufrieden sein mit dem Ende der Serie.

Genauso habe ich mir das vorgestellt: Manche Fragen werden nicht benantwortet, weil die Antwort unerheblich ist. Gutes Beispiel dafür von Lindelof: Der Mann auf dem Golfplatz. Sehr wahrscheinlich war das einer von Widmores Männern. Mehr muss man ja auch nicht wissen. Den Rest kann man sich ja selbst denken. Und das finde ich klasse, dass sie das Publikum fordern, selber 1 und 1 zusammen zu rechnen.

Größere Fragen werden aber sehr wahrscheinlich beantwortet und wenn nicht komplett, dann so, dass man sich es selber zusammen puzzlen kann.

Genial! Wenigstens etwas Gutes an der 6. Staffel...

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wibi44 vor 2 Jahren:Platz 6 in der Community Top-100

Ich bin gespannt auf das Ende und habe mir bisher noch keine Folge der 6. Staffel angesehen. Ich will das in einem Rutsch tun, wenn ich so lange durchhalte. Die grundsätzlichen Fragen werden wohl geklärt, aber bei solch einer komplexen Story müssen einfach einige Dinge in einem sogenannten offenen Ende auslaufen.

Bei "Alias" war sicher auch nicht jeder mit dem Ende zufrieden, aber jeder konnte prima damit leben - zumal der Strand wirklich einladend aussah.

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MichaBln vor 2 Jahren:

Meine Vermutung ist, dass wir ein sehr spirituelles Ende erleben werden, so in etwa wie das bei Battlestar der Fall war. Erklärungen wird es geben, aber mehr auf eine philosophische als wissenschaftliche/faktenorientierte Weise (klar, vieles ist sowieso nicht wissenschaftlich zu erklären, aber mit logischen Zusammenhängen könnte man es ja Versuchen).

[spoiler]

Ich denke auch, dass der Grund bzw. das Ereignis, welches die LA-Realität "erzeugt" hat noch gar nicht zu sehen war und erst gegen Ende der Staffel noch kommt (denn noch hab ich nicht gesehen, wie die Insel unter die Wasseroberfläche gekommen ist).

[/spoiler]

@oeLLehm das mit dem Publikum verstehe ich anders, "1 und 1 zusammenzählen" hieße für mich, dass es Erklärungen gibt, auf die man schließen kann, die aber in der Serie nicht explizit ausgeführt werden.

Ich verstehe da mehr "dem Publikum bzw. der Internetgemeinde wird schon eine Erklärung für dieses und jenes einfallen". Jede Erklärung die Lindelof und Cuse geben können werden sie geben. Würden Sie mehr erklärungen haben, als es in der Serie zu sehen geben wird, würden Sie sich nicht nehmen lassen uns diese mitzuteilen (wo die Wahrscheinlichkeit eh hoch ist das viele Fans eben diese Erklärungslücken nach dem Finale bemängeln werden).

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Stifler vor 2 Jahren:Platz 85 in der Community Top-100

"Denn schließlich, so fügte Lindelof hinzu, „müssen wir respektieren, dass das Publikum unendlich intelligenter ist als wir selbst. Was die Zuschauer auch bewiesen haben.“"

Für mich heißt das übersetzt: "Wir haben so viele Fragen in den Raum geschmissen worauf wir keine Antwort kennen und auch nicht versuchen werden eine zu finden weil es uns egal ist"

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DerGendo vor 2 Jahren:Platz 78 in der Community Top-100

Ne sehe ich anders. Ich glaube er wollte damit sagen, dass bei den vielen Diskusionen im Internet längst die richtigen Lösungen dabei waren, obwohl die Macher es noch garnicht verraten wollten. :

-

zuletzt geändert:01.03.2010 20:19

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