Leverage: Das A-Team Reloaded
„Sometimes, bad guys are the only good guys you get...“

Das A-Team des 21. Jahrhunderts: „Leverage“
(c) 2008 Turner
Die Episoden von „Leverage“ ähneln sowohl im Aufbau (z.B. am Anfang: Vorstellung des Problems und Kontaktaufnahme durch den Klienten) als auch vom Inhalt her auffallend dem A-Team: Da gibt es die Folge mit der Mafia-Hochzeit („The Wedding Job“, beim A-Team: 1x12 Till Death Do Us Part), mit dem zur ungewöhnlichen Notlandung gezwungenen Flugzeug („The Mile High Job“, beim A-Team: 1x13 The Beast from the Belly of a Boeing) oder mit der von einem Despoten beherrschten Kleinstadt („The Bank Shot Job“, beim A-Team: Welche Folge nicht?).
Auch die Dialoge in „Leverage“ zeichnen sich - wohl nicht zuletzt dank der Sitcom-Vergangenheit der beiden Erfinder John Rogers („Cosby“) und Chris Downey („King Of Queens“) - durch eine längst verloren geglaubte Tradition von trockenen One-Linern aus. Nur als Kostprobe:
Parker (auf die Frage, was sie von dem gestohlenen Geld gekauft hat): „I don't like stuff, I like money!“
Nathan: „Parker, have you ever robbed a bank that is being robbed?“
Parker: „There is a first time for everything...“
Parker: „Sometimes, bad guys are the only good guys you get...“
Nathan (sieht blaue Flecken in Eliots Gesicht): „What happened to you?“
Eliot: „How was I supposed to know it was a lesbian bar?“
Doch mehr als alle übrigen Anleihen beim A-Team und anderen Serien der 70er und 80er Jahre ist für „Leverage“ das emotionale Fundament der Freundschaft von Bedeutung: Es ist das Gefühl eines Teamgeists, der die fünf Einzelkämpfer am Ende der Pilotfolge zusammenbleiben lässt. Und es ist das Knüpfen freundschaftlicher Banden und Beziehungen (allen voran natürlich Nathan/Sophie, aber auch Parker/Hardison sowie die B.A./Murdoch nicht ganz unähnliche Konstellation von Hardison und Eliot), welches den Zuschauer an die Serie bindet.
Vom Timing her, was den gesellschaftlich-politischen Kontext angeht, könnte die Serie außerdem zu keinem günstigeren Zeitpunkt auf die Bildschirme kommen: Gerade als die glitzernde Fassade des neoliberalen Kapitalismus zusammenfällt und einen Blick auf die Gier, den Betrug und die Korruption dahinter eröffnet, schlägt zumindest im Fernsehen die Stunde derjenigen, die für ein klein bisschen Gerechtigkeit sorgen: Ob „Leverage“, „Hustle“ oder natürlich „Robin Hood“ - nie gab es eine bessere Zeit für edle Ganoven auf dem Bildschirm!
Fazit
„Leverage“ ist vorzüglich gemachte Unterhaltung - witzig, dramatisch, spannend - die zwar sicherlich keinen Preis für überragende Leistungen auf dem Gebiet innovativen Erzählens einheimsen wird. Dafür bietet die Serie jedoch einen gut aufgelegten Cast (den, wie Gina Bellman in ihrem Blog auf der Webseite von TV Guide verrät, auch hinter den Kulissen ein sehr gutes, freundschaftliches Verhältnis verbindet) und eine satte Portion A-Team-Nostalgie, die bis zum direkten Zitat reicht. Wie sagt Hardison in „The Mile High Job“ doch so schön: „I love it when a plan comes together...“
Wer richtig gut gemachtes Feel-Good-TV sucht, der sollte auf jeden Fall bei „Leverage“ reinschauen.
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© 2008 Turner |
Christian Junklewitz am Sonntag, 25.Januar 2009 12.00 Uhr
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