Klage verhindert SAG-AMPTP Gespräche

Der umstrittene SAG-Präsident Alan Rosenberg
Foto: Albert L. Ortega
Nach der Entlassung von Verhandlungsführer Doug Allen schien der Weg frei für Gespräche zwischen der amerikanischen Schauspielergewerkschaft SAG und dem Verband der Film- und Fernsehproduzenten AMPTP. Die für Dienstag morgen angesetzten Gespräche wurde jetzt aber wegen einer Klage verschoben, die Allens Wiedereinsetzung zum Ziel hat.
Am Montag informierte der Präsident der amerikanischen Schauspielergewerkschaft Screen Actors Guild, Allen Rosenberg, den Interims-Verhandlungsführer seiner Gewerkschaft in den Verhandlungen mit dem Verband der Film- und Fernsehproduzenten um einen neuen Tarifvertrag, John McGuire, darüber, dass er in Sachen der Entlassung von Doug Allen (Serienjunkies vom 28. Januar 2009) Klage eingereicht habe - mit dem Ziel, die Kündigung von Allen durch die Mehrheit des Nationalen Vorstands der SAG als ungültig erklären zu lassen.
Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt, aber die AMPTP und die SAG verständigten sich darauf, ihre für heute und morgen geplanten Gespräche in Sherman Oaks bis auf weiteres aufzuschieben.
In den Verhandlungen sollte es um einen neuen, dreijährigen Tarifvertrag zwischen Schauspielern und den Produzenten gehen, wie er in den letzten Monaten von den anderen Gewerkschaften der Filmindustrie bereits abgeschlossen worden war. Der bisherige Vertrag der SAG war am 30. Juni 2008 abgelaufen. Am selben Tag legte die AMPTP einen letzten Vertragsvorschlag vor, den sie als „nicht weiter verhandelbar“ bezeichnete.
Seit sieben Monaten ist vor allem die Entlohnung der Schauspieler für jenseits des Fernsehens ausgestrahlte Sendungen Streitpunkt. Die Auseinandersetzungen wurden in der Zeit weniger am Verhandlungstisch als über die Medien ausgetragen. Dazu kommt, dass auch die Basis der SAG uneins über die Art des Vorgehens gegenüber den Produzenten ist, vor allem, seitdem sich die wirtschaftliche Lage zuletzt deutlich verschlechtert hat.
Bewegung kam in die festgefahrene Situation, als eine neue Mehrheit gemäßigter Gewerkschaftsmitglieder die Mehrheit im Nationalen Vorstand übernahm und Allen - der wie Präsident Rosenberg als Hardliner in Sachen Schauspielerrechte gilt - aus seinem Amt als Verhandlungsführer entfernte und zeitgleich statt eines Verhandlungsteams mit einer kleinen Mehrheit an Hardlinern, eins mit einer kleinen Mehrheit an Gemäßigten einsetzte.
Bernd Michael Krannich am Dienstag, 3.Februar 2009 10.00 Uhr
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