KDD: Interview mit Axel Laustroer (Teil 1)


KDD: Interview mit Axel Laustroer (Teil 1)
„Emergency Room“ im Polizeirevier: „KDD - Kriminaldauerdienst“
(c) ZDF
„KDD: Interview mit Axel Laustroer (Teil 1)“ nachzulesen bei Serienjunkies

Die Einschaltquoten von KDD sind im Laufe der ersten Staffel - leider - gesunken. Trotzdem hat das ZDF bereits vor dem Start von Staffel 2 die Produktion einer dritten Staffel beschlossen. Wie kommt das?

Das ZDF ist natürlich stolz auf das, was bei „KDD“ herausgekommen ist. Aber wir wären naiv gewesen, wenn wir da auf den Hammererfolg gewartet hätten. Von daher waren die Quotenerwartungen nicht ganz so hoch gesteckt. Wir sind mit 15 Prozent gestartet und sind dann tatsächlich Woche für Woche ein bißchen schlechter geworden. Im Querschnitt war es jedoch nicht so desaströs wie bei anderen Programmen. Allerdings, das sage ich ganz ehrlich, auch nicht ganz so gut, wie ich mir das gewünscht hätte. Aber besser kann's ja immer noch werden.

Von Serien mit fortlaufender Handlung - allen voran 24 - sagt man ja gerne, dass es sich dabei eigentlich um DVD-Serien handelt. Ich selbst habe KDD auch erst als DVD gesehen. Ist KDD eine DVD-Serie?

Also ich kann jeden gut verstehen, der auf die DVD-Box wartet, weil man dann nicht eine Woche fiebern muss, um die Auflösung des Cliffs zu erfahren. Ich freue mich natürlich trotzdem mehr über jeden, der das tut... Man kann ja schließlich auch nicht davon ausgehen, dass es eine DVD-Box geben wird ...

Hat es über die Cliff-Erzählweise bei Ihnen im Haus Diskussionen gegeben? Serials sind ja zumindest in Deutschland in der Prime Time mittlerweile eher unüblich...

Medienforschungsstudien belegen, dass der heavy user von ZDF-Serien jede dritte Folge einer Serie sieht. (Pause) Das ist ein Problem bei durcherzählten Serien. Deswegen hat es sich so eingebürgert, dass wir meistens abgeschlossene Geschichten erzählen - egal ob im „Forsthaus Falkenau“, beim „Landarzt“ oder bei der „SOKO 5113“. Wenn überhaupt übergreifend erzählt wird, dann macht man das auf den privaten Schienen. Aber auch nicht zu schnell, damit jemand, der nur jede dritte Folge schaut, es noch schafft reinzukommen.

Bei „KDD“ mit diesem siebenköpfigen Ensemble wäre das vollkommen absurd gewesen. Sieben Handlungsstränge so zu erzählen, dass man auch zwei Folgen aussetzen kann, ist unmöglich. Die Diskussion hat sich bei „KDD“ von Anfang an nicht gestellt, weil wir gesagt haben: Wir entscheiden uns dafür, 'ER im Polizeirevier' zu machen - dieser Begriff ist auch gefallen - und dann machen wir das jetzt auch. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass mein Kollege Klaus Bassiner und ich nicht zwischendurch Nachfragen von verschiedenen Seiten bekommen haben, ob man das nicht doch noch episodisch erzählen könnte. Und unsere Antwort lautete schlicht und ergreifend Nein. Natürlich könnten wir aus „KDD“ eine SOKO machen. Das würde theoretisch gehen. Aber wozu? Wir haben genug SOKOs... und zu wenig KDDs.

Welche Rolle hat Abschnitt 40 auf RTL für die Entwicklung von KDD gespielt? Hat es Sie nicht doch gewurmt, dass ausgerechnet die private Konkurrenz für eine solche Qualitätsserie gefeiert wird - und drei Mal den Deutschen Fernsehpreis gewinnt?

Abschnitt 40“ hat den Preis zurecht bekommen. Natürlich macht man sich bei jedem Programm, das man anfängt, irgendwann den Gedanken: Mensch, wär schon schön, wenn es dafür einen Preis gäbe. Aber das ist für mich/für uns nicht der Grund gewesen, warum wir „KDD“ gemacht haben.

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Christian Junklewitz am Mittwoch, 30.April 2008 12.00 Uhr

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