Product Placement: Neue Richtlinien ab April

Vollgestopft mit Markenprodukten: Sieht es bald so auf der Mattscheibe aus?
Foto: happymealy CC 2.0
Für das Product Placement in Filmen und Serien des deutschen Privatfernsehens gelten ab April neue Richtlinien. Das folgt aus einem Beschluss, den die Gesamtkonferenz der Landesmedienanstalten am gestrigen Donnerstag gefasst hat.
Eigentlich schon bis Ende vergangenen Jahres hätte Deutschland einer EU-Richtlinie folgen müssen, die die Lockerung der Regeln für das Product Placement auf dem europäischen Fernsehmarkt vorsieht (Serienjunkies vom 10. Februar 2010). Dies haben die Landesmedienanstalten jetzt nachgeholt - und in Anlehnung an die Vorgaben aus Brüssel einen neuen Rahmen für den Umgang mit Product Placement gesetzt.
Demnach sind bezahlte Produktplazierungen künftig zulässig, wenn sie in eine Sendung aus überwiegend „programmlich-dramaturgischen Gründen“ eingebaut werden, wenn also beispielsweise der Kommissar ohnehin ein Auto braucht und dann ein bestimmter Hersteller dafür bezahlt, dass es sich um ein Fahrzeug seiner Marke handelt.
Diese Produktplatzierungen sind in Serien, Filmen oder auch Sportsendungen möglich. Ausdrücklich verboten bleiben sie im Kinderfernsehen, in Nachrichten- oder Informationssendungen.
Für den Zuschauer müssen die Produktplatzierungen durch ein Logo zum Anfang und Ende jeder Sendung sowie nach jeder Werbepause sichtbar gemacht werden.
Ebenfalls möglich sind unentgeltliche Warenbeistellungen. Darunter verstehen die Landesmedienanstalten den Fall, wenn Firmen nicht dafür bezahlen, dass ein Produkt von ihnen zu sehen ist, sie besagtes Produkt aber kostenlos zur Verfügung stellen. Beispiel wäre hier wiederum das Fahrzeug oder der Laptop eines TV-Ermittlers. Unentgeltliche Beistellungen sind auch in Kinder- oder Informationssendungen möglich. Voraussetzung: Die Waren dürfen nicht besonders hervorgehoben werden. Damit gelten in diesem Bereich jetzt die gleichen Regeln wie schon im öffentlich-rechtlichen Fernsehen.
Weiterhin generell verboten bleibt die Schleichwerbung, unter der die Landesmedienanstalten eine „werbliche“ Präsentation von Marken oder Produkten in TV-Sendungen verstehen.
Ziel der beschlossenen Regeln, die ab April in Kraft treten sollen, ist laut Thomas Langheinrich, dem Vorsitzenden der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten, zweierlei: Einerseits sollen die deutschen Sender im europäischen Bereich nicht benachteiligt werden, andererseits soll der Schutz der Verbraucher vor Schleichwerbung gewahrt bleiben.
Christian Junklewitz am Freitag, 19.März 2010 09.30 Uhr
20 Leserkommentare
| Gast vor 2 Jahren: | |
Ma ganz abgesehen davon, dat ich so gut wie keine deutschen Formate gucke ... war das denn vorher tatsächlich anders? Die einzig relevante Änderung sind doch die im Zweifelsfall an den Verbraucher gerichteten Extralogos überall. Nervenkrieg. Diese Brüssel-Nummer hätte - ganz allgemein betrachtet - echt nich Not getan, wa? Im Zetteldickicht Amok laufende Bürokratie hammer auch so schon genuch, ohne europäisch genormte Bananenkrümmungsgrade oder Pizzendurchmesserstandards - zuletzt geändert:19.03.2010 09:48 | |
| wibi44 vor 2 Jahren: | Platz 6 in der Community Top-100 |
Das ganze "Problem" besteht meiner Meinung nach heute nicht mehr so, wie noch in den 70iger Jahren, als diese Richtlinien erstmals erlassen wurden. Mir kommt es schon manchmal komisch vor, wenn auf Getränkedosen oder Essenskartonagen irgendwelche Fantasienamen prangen. Dinge des täglichen Gebrauchs sollten diesen Richtlinien nur dann unterliegen, wenn die Präsentation einer Marke offensichtlich und vorsätzlich ist. Bei Fahrzeugen oder höherwertigen elektronischen Geräten ist dies sicher anders, aber dafür gibt es ja die Möglichkeit des "Diese Sendung wird Ihnen präsentiert von...". | |
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| Serenity vor 2 Jahren: | Platz 68 in der Community Top-100 |
Autos sind ein dummes Beispiel, da es sich nicht vermeiden lässt. Aber bei Alltagsgegenständen wie Lebensmitteln, haben deutsche Produktionen extreme Wege eingeschlagen. Da gibt es Abteilungen die künstliche Marken für alles mögliche Entwerfen und dann entsprechende Verpackungen u.ä. für die Produktion herstellen. So dass am Ende gar keine realen Produkte verwendet werden. Elektronik wäre ein anderes gutes Beispiel (z.B. Computer, Monitore, Fernseher). Gegen vernünftiges Product Placement ist nichts einzuwenden. Problematisch wird es wenn Dialoge umgeschrieben werden um irgendwelche Sachen extra zu erwähnen (wie in dt. Soaps geschehen). Auch auffällige, lange Kamera-Einstellungen auf ein Produkt können nerven. Aber wenn einfach ein reales Produkt im Bild zu sehen ist, und das nicht ablenkt, kann das u.U. die Authentizität erhöhen. | |
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| Kippei vor 2 Jahren: | |
@wibi44: "Mir kommt es schon manchmal komisch vor, wenn auf Getränkedosen oder Essenskartonagen irgendwelche Fantasienamen prangen." Wahrscheinlich weil du hauptsächlich Markennamen konsumierst - von der Werbung also schon völlig vereinnahmt wurdest. Ich kaufe (meist aus Kostengründen) sehr oft NoName-Produkte und deren Markennamen sind so zahlreich, dass es mir gar nicht auffällt, wenn in Sendungen Fantasienamen auf Coladosen usw. stehen (ausser wenn sie besonders schlecht/billig gestaltet sind). Das Produktplacement gefährdet die Qualität von Sendungen. Deutsche Sendungen sind so schon schlecht, aber wenn selbst bei HBO-Serien ständig bestimmte Spielekonsolen genannt werden, nervt das nicht nur tierisch, es vermindert die Qualität der Dialoge und Handlungen. | |
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| Serenity vor 2 Jahren: | Platz 68 in der Community Top-100 |
Wieso sollen auch Spielekonsolen genannt werden, die nicht existieren? Gerade das ist wieder etwas, das sich nicht vermeiden lässt. Es gibt nunmal nur eine handvoll Konsolen - die jeder kennt - und einen Namen zu erfinden, wäre extrem auffällig und würde den Zuschauer aus der Handlung reißen. Dagegen ist es einfacher mal eine Bier-Marke zu erfinden. Davon gibt es schon Tausende. | |
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| Kippei vor 2 Jahren: | |
Wie wäre es einfach den Begriff "Spielekonsole" zu nehmen, anstatt den Namen irgendeiner Marke? Übrigens: Als Konsument von US-Serien sollte man es erst recht gewöhnt sein, Markennamen zu hören die man nicht kennt, da in den Serien oft welche genannt werden, die hier bei uns völlig unbekannt sind. | |
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| Serenity vor 2 Jahren: | Platz 68 in der Community Top-100 |
Weil so niemand redet? Man sagt "Hey, let's play some XBox!" und nicht "Hey, let's play on the console". Mag sein, dass es Fälle gibt in den man allgemeine Begriffe verwenden kann, aber in vielen Fällen sind es feststehende Sprachmuster. | |
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| Kippei vor 2 Jahren: | |
Nur der, der schon völlig von der Werbeindustrie vereinahmt ist, redet so. Ja... leider sind das schon sehr viele. Da hat die Werbeindustrie schon schon gute Arbeit geleistet. Und nun versucht sie sich noch weiter in unser Leben zu drängen und unsere Sprachmuster noch intensiver zu prägen. Muss man das unbedingt zulassen? Für einen Bezahlsender zahle ich hauptsächlich, um keine nervige Werbung ertragen zu müssen. Ich will in Zukunft nicht noch dafür zahlen, dass die Werbung meine Nerven Mitten in der Sendung strapaziert und mich aus der Handlung reißt. Es reicht schon, dass jedes Produkt bis zu 25% teurer ist, nur weil der Konsument die Werbeindustrie finanzieren muss. | |
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| Kippei vor 2 Jahren: | |
Nachtrag: Würde man diese 25% sparen, könnte man sie z.B. in Serien(-DVDs) stecken. Davon hätten wir alle wesentlich mehr. | |
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| Serenity vor 2 Jahren: | Platz 68 in der Community Top-100 |
Ja, ja, die böse Werbeindustrie manipuliert und beeinflusst unsere Sprache. Sorry, aber das ist absoluter Schwachsinn und blanke Übertreibung, die man nicht ernst nehmen kann. Tschüss... | |
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| pwnZor vor 2 Jahren: | |
Als relativ schlichtes und dennoch gelungenes Productplacement fällt mir da Radeberger in Two and a Half Men ein. Seit der vorletzen Staffel siehts mans allerdings nichtmehr. Aber ich muss schon sagen, dass ich sehr verblüfft war Radeberger in Charlie Sheens Händen zu sehen. Was den europäischen Markt anbelangt zielt diese Entwicklung letzlich nur - wie auch schon der Artikel erwähnt - auf eine Homogenisierung der Werberichtlinien. Im Endeffekt ändert sich dadurch nicht wirklich viel. | |
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| Gast vor 2 Jahren: | |
Bei der aktuellen "24"-Staffel war irgendwann ma ganz plötzlich ein "Underberg"-Karton zu sehen, ganz kurz. Im Siechezimmer des russischen Strahlemanns. Da hab ich zu meiner Frau gesagt: "Guck ma, Underberg!" Und sie sagte: "WO?" Und ich sagte: "Da! Inner Abstellkammer beim Plutoniumrussen." Und sie sagte: "Ach ... " Eine wahre Geschichte. Zum Thema Daddlboxn: Als Konsolero der ersten Stunde kann ich bestätigen: wir hamm immer gesagt "Spieln wir NES" oder "Gameboy" oder "Amiga" ... ok, das war jetzt keine Konsole, abba ... Werbeopfer waren wir damals bestimmt nicht. Erstens wurde - in Deutschland jedenfalls - nur sehr verhalten Werbung gemacht für den ganzen Kram seinerzeit, zweitens ist die Marke ja auch nich "Gameboy", sondern "Nintendo"; nich "X-Box", sondern Microsoft. Konsolennamen sind Produktbezeichnugen und Jungs nennen nun mal gerne ihr Spielzeug beim Namen ... grade das technische. Es würde auch nicht genügen zu sagen "Spieln wir Konsole" ... da keine solche so ist, wie die andere. Dat sind alles einzigartige Kisten mit mehr oder weniger individuellen Eigenschaften und teilweise äußerst unterschiedlicher Softwarepalette ... da muß man schon explizit sagen, welche Konsole man meint, bevor sich entscheiden läßt, ob Bedarf nach einem Spielchen besteht. Klar, Konsolen sind da eine Ausnahme. Aber im Gegensatz zu Handys, Waschmaschinen oder Autoradios werden Konsolen im Alltag ganz selbstverständlich bei ihren jeweiligen Namen genannt. Damals wie heute, mit und ohne Privatfernsehn. Ich verteidige Werbung und Product Placement und all die damit zusammenhängenden, nervtötenden Zivilisationsseuchen echt nich gern, aber dieser spezielle Vorwurf is tatsächlich Unfug. .... Bei Doug und Carrie stand oft sonne Riesen-Toblerone-Packung inner Küche ... hinten ... links ... außen ... neben dem Kühlschrank. Wußtet ihr, daß Leah Remini Scientologin ist? Wär vielleicht nich passiert, hätte sie als Kind öfter ma Toblerone gekriegt ... oder nen Gameboy - zuletzt geändert:21.03.2010 00:36 | |
| Kippei vor 2 Jahren: | |
"Ja, ja, die böse Werbeindustrie... " Ich weiß nicht, ob sie böse ist, aber auf jeden Fall überflüssig. : ) Die Akteure könnten einer viel sinnvolleren Arbeit nachgehen. @stormybastard: Wir haben damals (wie heute) eher gefragt welches Spiel wir spielen und nicht welches Gerät wir dafür benutzen. Und die Unterschiede zwischen den Konsolen sind meist auch nur marketingtechnisch bedingt. Ich würde das niemals mitmachen, mehrere verschiedene Geräte zu kaufen, nur weil das eine Softwarepaket nicht mit der anderen Konsole funktioniert, obwohl das technisch sehr wohl machbar wäre. Da verzichte ich lieber oder suche mir Alternativen. Die findet man eigentlich immer, wenn man nicht dem Zwang unterlegen ist immer im Trend und Up to date sein zu müssen. Noch was zum Realismus des Sprachgebrauchs: in Filmen und Serien ist es z.B. üblich, dass die Figuren nach einem Telefon direkt auflegen ohne "Tschüss" oder ähnliches zu sagen (ausser vielleicht in deutschen Produktionen). Das macht im realen Leben kaum jemand - zuletzt geändert:21.03.2010 00:56 | |
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| Gast vor 2 Jahren: | |
Kippei, Duuuuuuuude, tut mir echt leid, aber das stimmt so nicht. Das Technik-Wettrüsten im Lager der Konsolenhersteller kommt nich von ungefähr ... Nintendo etwa hat sich irgendwann einfach ausgeklinkt, weil es denen schlichtweg zu teuer wurde, den technischen Stand der Konkurrenz einzuholen. Auf nem "Wii" kann man mitnichten irgendeinen "X-Box 360"-Titel zum laufen kriegen, auch nich mit Emulatoren oder noch so überlegenem Hackergeschick. Dat geht einfach nich. Damals (wie heute) entstehen Konsolen auf überaus individuelle Weise mit Technik drinnen, die sich jeder Hersteller bei jeder neuen Entwicklungsphase selber zusammenfrickeln tut, ohne dabei einfach ein bestehendes Patent 1:1 zu kopieren und dann den eigenen Markennamen draufzupappen, wie's etwa bei DVD-Playern gemacht wird. Damals (wie heute) gab es gewisse Spiele exklusiv nur für bestimmte Plattformen, um diese von der Konkurrenz abzuheben und Kaufanreize zu bieten. Sowas nennt sich ... Wettbewerb. Du klingst mir nach jemandem, der - wie sag ich das jetzt, ohne dich zu beleidigen - gerne heute noch inner Zone leben tät?! Da gäbs ganz bestimmt, wenn überhaupt, nur EIN Gerät für ALLE Spiele ... naja, nen sprachgebrauchkompatiblen Namen hätte dieses Gerät bestimmt trotzdem.
Oh, P.S.: "Wir haben damals (wie heute) eher gefragt welches Spiel wir spielen und nicht welches Gerät wir dafür benutzen." Spielenamen sind ebenso etablierte, getradegemarkte und werberelevante Konsumgüter wie die Namen der Geräte, auf denen sie laufen. Man denke nur an die "Sims". Was soll ich deiner Ansicht nach sagen, wenn ich jemanden bitten will, mit mir ne Runde "Sims" zu zocken? - "Komm, Alter, ich hab Bock auf ein bißchen interaktive Lebenssimulation eines amerikanischen Entwicklerriesen." - "Ok. Auffm Fernseher oder lieber am tragbaren Japaner?" - "Meinst du den Ovalen oder den Eckigen?" - "Wir haben nur eckige Fernsehr." - "Nein, ich meine den Japaner. Oval oder eckig?" - "Meine Mama sagt immer, der Eckige macht quadratische Augen." - "Die liest bestimmt zuviel Boulevard-Magazine mit großen Buchstaben drauf." .. - zuletzt geändert:21.03.2010 01:53 | |
| Kippei vor 2 Jahren: | |
In der Zone hielt man die Menschen technisch noch rückständiger als uns hier. Ich möchte dort leben, wo genau das Gegenteil der Fall ist. Deine geliebten Hersteller haben längst die Technik von "morgen", aber sie halten sie zurück und entwickeln künstliche Zwischenstufen, um den Konsumenten regelmäßig ein neues Gerät verkaufen zu können. Diese preisen sie dann als neuste Innovation an, obwohl sie sich kaum vom Vorläufermodel unterscheiden. Ergebnis ist die Produktion von Milliarden unnötigen (mit Soll-Bruchstellen ausgestatteten) Geräten, die die natürlichen Ressourcen auffrisst und Millionen Menschen ausbeutet. Und das alles nur um den Konsumenten ausnehmen zu können. Dein Wettbewerb läuft hauptsächlich übers Marketing. Wer den Konsumenten am besten verarschen kann, hat gewonnen. ("They iScrewed me again" Dein verspottender Dialog zeigt, dass die Werbeindustrie bei dir schon erreicht hat, dass du es als uncool empfindest, wenn man die normalen Begriffe benutzt. Durch meine Erfahrungen mit dem Drehbuchschreiben weiß ich, dass es meist völlig überflüssig ist Sätze wie "lasst uns XY spielen/gucken" in Dialoge einzubauen. Wenn es doch für die Szene notwendig ist, gibt es zich Möglichkeiten es anders auszudrücken, ohne dass es auffällt. | |
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| wibi44 vor 2 Jahren: | Platz 6 in der Community Top-100 |
@Kippei: wenn es nach dir ginge, gäbe es also pro Produkt irgendwann nur eine Marke und zwar die, die am wenigsten "ausbeutet". Wohin so etwas im Endeffekt führt, haben wir hinter dem antifaschistischen Grenzwall über 40 Jahre lang gesehen. Wenn du so leben willst, dann bitte geh doch nach China, in den Iran oder nach Nordkorea. Werbung nervt durchaus, finanziert aber auch einen Großteil des frei empfangbaren Fernsehens. In der Regel nennt man dies einen Kompromiss, eine Sache, mit der beide Seiten leben können. Aber hier geht es um Product Placement und wie ich bei dir erkennen kann, um den Einbau in Dialogen. Wenn also in deinem normalen Alltag in Gesprächen mit deinen Mitmenschen nirgendwo Markennamen - mittlerweile sind auch konzerneigene Eigenmarken Markennamen - vorkommen, dann lebst du entweder steril in einem Raum oder unterhälst dich nie. Und wenn ich danach ginge, welche Dinge in einem Dialog so alles überflüssig wären, dann gäbe es wenig zu sagen oder ich gehe ins Theater und sehe mir nur noch Shakespeareaufführungen im Original an. Nur zur Information: die Werbeindustrie hat mich sicher nicht vereinnahmt und wer dies behauptet, nur weil er ein paar Zeilen meiner Meinung zu einem Thema gelesen hat, der ist entweder so fixiert, dass er selbst schon vereinnahmt ist oder einfach ein so fanatischer Werbehasser, dass er überall "Werbeverschwörungen" sieht. In unserer heutigen Welt muss man mit Werbung so umgehen können, dass sie einen nicht nervt. Dafür gibt es beim Fernsehen den Um- oder Ausschaltknopf oder die Aufzeichnung mit anschließender Überspringung der Werbung. Eigentlich ganz einfach. | |
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| Kippei vor 2 Jahren: | |
Nein, es gäbe nicht eine Marke sondern keine bzw. tausende. Jeder könnte sich seine Geräte so zusammenstellen, wie er sie benötigt und kann sie (wenn fähig) nach belieben weiterentwickeln. Ganz nach dem Open-Source-Prinzip das bei Software schon existiert. Ich glaube kaum, dass die im Iran oder China so leben. Der Westen ist übrigens mit dafür verantwortlich, dass im Nahen Osten so ein Chaos herrschst. Denn solange sich diese Länder wirtschaftlich nicht weiterentwickeln, solange bleibt das Erdöl schön billig und solange kann die Industrie eure Konsolen schön billig produzieren und euch teuer verkaufen. Ähnlich ist der Westen mit verantwortlich für die Armut in Afrika. Durch den Export in diese Länder zerstören wir die dortige Wirtschaft. Gerade Deutschland wäre im Arsch so wie es momentan strukturiert ist, wenn es die Möglichkeit des Exports nicht geben würde. Wir leben hier auf Kosten der armen Länder im Reichtum. Diese Länder sind es auch, die die Folgen der durch die Industrie verursachten Umweltzerstörung am Schlimmsten zu spüren bekommen (werden). Dadurch hat das westliche System ebenso viel Morde zu verantworten wie alle faschistischen Regime zusammen. Kompromiss? 99% des frei empfangbaren Fernsehens ist purer Schrott. "Überspringung der Werbung." Darum gehts doch hier. Durch das Product-Placement ist das überspringen der Werbung nicht mehr möglich. Ginge es wirklich nur darum dass der Schauspieler ein Bier oder sonst was von einem bestimmten Hersteller in der Hand hält oder sagt "lasst uns Konsole XY" spielen könnte ich das hinnehmen, aber es wird in Zukunft ja nicht dabei bleiben. Und deswegen erhebe ich meine Stimme dagegen. Von Verschwörung habe ich nie was gesagt. Alle machen nur ihren Job. Aber das ist eben das Problem. Immer einfach machen und die politische und wirtschaftliche Verantwortung der Politmafia und den wirtschaftlichen Führungskräften in die Hände legen. Also freiwillig genau so unselbstständig leben, wie die Menschen im Faschismus. | |
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| Gast vor 2 Jahren: | |
Jaaaaaa nun, die Ausbeutung der Millionen von Menschen und die Verprassung natürlicher Ressourcen is freilich echt nich mit Verboten gegen Product Placement zu beheben. Werbung? Wat is mit Pharma? Immobilien? Scheiße, jede verdammte Tafel Schokolade ohne "Fair Trade"-Siegel drauf is vermutlich durch Kinderarbeit entstanden. Darfsu kein Auto mehr fahrn, keine Lebensmittel mehr kaufen ... weil, die mit diesen ulkigen Siegeln kann sich nu echt kein Schwanz leisten auf Dauer ... Handys, Computer, Telekommunikation insgesamt - mussu alles bleiben lassen, Kippei, bevor du andere als Blaseäffchen der Industrien und Zerstörer unserer Erde brandmarken darfst, find ich. Geht ja auch im Prinzip nich um das Schicksal der Erde, nur um das des Menschen. Halb so wild. Die Technik von "morgen" will ich eigentlich gar nich haben. Is mir jetzt alles schon viel zu "1984". Da gabs übrigens auch ne komplett überarbeitete Sprache, ganz ohne Werbeeinflüsse des ohnehin nicht vorhandenen freien Wettbewerbs. Sonderlich sympathisch war mir das Szenario nicht. Aber nun ... Ich persönlich kann den Weltuntergang kaum erwarten. Ich steh auf CO2 (für den Treibhauseffekt übrigens weit weniger förderlich als stink normaler Wasserdampf), ich sitze belustigt nächtelang vorm Fernsehr und warte auf die ersten Bomben in Weißnichwo live auf CNN - Hauptsache, es rumst ordentlich - und fresse Billigfleisch eingelegt in Leichenwaschwasseremulsion ... weil ich ein zivilisierter Mensch bin. Wären die in Afrika an unserer Stelle, täten die dat janz genauso und wir wären halt fürn Appl undn Ei an AIDS am krepieren. So isser, der Mensch. Er machts nich mehr lange, is nich schade um ihn. Abba, bis irgendwann die Lichter ausgehn ... spiel ich X-BOX! Und du kannst nix dagegen tun. Also hör auf, es zu versuchen, werd depressiv, fett und gleichgültig wie alle andern und laß es gut sein. Oder schnall dir Dynamit umme Hüfte und geh dorthin, wos den Bösen weh tut. Erhobene Stimmen im Internet ändern JARNÜX. | |
| wibi44 vor 2 Jahren: | Platz 6 in der Community Top-100 |
Uhhh, da sind wir aber jetzt echt vom Thema abgekommen. Dafür gibt es sicher bessere Blogs. | |
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| Kippei vor 2 Jahren: | |
@stormybastard: Du hast mit dem Thema Marktwirtschaft und Freiheit angefangen Ich finde nicht, dass ich mit den von dir genannten Dingen aufhören muss. Wäre paradox, wenn ich verhungern würde und dadurch dann nichts mehr gegen die Verhältnisse tun könnte. Okay, die nicht notwendigen Dinge reduziere ich tatsächlich. Auto fahre ich z.B. keins. Aber das ist nicht ausschlaggebend. Man kann selbst für die Werbeindustrie arbeiten, solange man die Zusammenhänge und Mechanismen nicht ignoriert und auf andere konstruktive Weise versucht Veränderungen herbeizuführen. Der Mensch ist keineswegs so. Er wird so gemacht. Die Unfreiheit in der Kindheit, die hierachische Beziehung zu den Eltern konditioniert den Erwachsenen darauf sich anzupassen und nur nach seinen persönlichen Vorteilen zu suchen. Der natürliche Narzismus wird pervertiert, der Mensch opfert seine Freiheit, Selbstständigkeit uvm. um zu bestehen. Staat und Industrie (und ihre Werbeleute) nutzen das dann aus. Ich habe mal versucht wie "alle andere" zu werden. Aber dazu hätte ich einen wichtigen Teil von mir abtöten müssen. Das hat mich tatsächlich depressiv gemacht, daher habe ichs lieber gelassen. Sicherlich ist es nur ein Tropfen auf den heissen Stein, aber hier geht es ja nicht darum euch zu überzeugen, sondern lediglich Gegenargumente zu bringen, um eventuellen Mitleser unterschiedliche Sichtweisen aufzuzeigen. Das Internet ist perfekt dafür (das beste Instrument gegen 1984), da alle anderen Medien schon längst von Wirtschaftsinteressen unterwandert wurden. @wibi44: finde nicht, dass wir vom Thema abgekommen sind. Die Werbung ist ebenso pervertiert wie der Kapitalismus.Werbung diente ursprünglich als Information zu Produkten. Inzwischen gehts nur noch ums Täuschen und um Illusionen. Und würde in Serien wie im realen Leben geredet, würde es immer klingen wie in einer Doku-Soap. Grauenhaft - zuletzt geändert:23.03.2010 14:43 | |
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