Grey's Anatomy: Dennys Geheimnis enthüllt

Seelenverwandte - Denny und Izzie in „Grey's Anatomy“
© ABC
Seit einigen Wochen spukt es in den USA bei „Grey's Anatomy“ - Jeffrey Dean Morgan hat seine Rolle als Denny Duquette wieder aufgenommen (Serienjunkies vom 15. November 2008) - eines Charakters, der allerdings in der Serie schon gestorben ist. Und nicht nur, dass seine frühere Verlobte Dr. Izzie Stevens (Katherine Heigl) mit ihm spricht - sie hat auch noch den besten Sex ihres Lebens mit ihm ...
Und so fragen sich schon seit Wochen die amerikanischen Zuschauer, was sie von der Geschichte halten sollen und kommen einstweilen zu dem Schluss: „Der größte Quatsch seit langem“, denn auch wenn es für einen kuren Moment romantisch erscheint, dass Duquettes Seele nicht ins Leben nach den Tod wechseln kann, so ist eine ausgedehnte Geistergeschichte (mit Sex) nicht nach dem Geschmack der meisten Zuschauer der Serie.
Eine Zeit lang machte die Erklärung eines Gehirntumors als Ursache für Izzies Wahrnehmungen die Runde - bis Showrunnerin und Serienerfinderin Shonda Rhimes dieses Gerücht ausdrücklich ausräumte (Serienjunkies vom 24. November 2008).
Nun will Entertainment Weekly Kolumnist Michael Ausiello die Antwort auf die Frage vieler Fans - „Was zur Hölle soll das?“ - in den Aussagen einiger Insider gefunden haben: Rhimes sei sehr spitzfindig gewesen, als sie die Hirntumor-Gerüchte aus der Welt geräumt habe. Denn auch wenn die Serienfigur Stevens keinen Tumor habe, so doch eine andere krankhafte Veränderung des Hirns, die für eine langfristig wiederkehrende Halluzination sorgen würde, inklusive erotischer Hochgefühle: Eine Erkrankung, deren Details gar nicht mal wichtig sind, die aber wirken würde, wie ein Aneurysma. Und jedes Mal, wenn sie kurzfristig akute Auswirkungen habe, hat Izzie die Wahrnehmungen von Denny.
Gleichzeitig scheint man mit der Storyline auch Darstellerin Katherine Heigl einen alten Wunsch zu erfüllen: In diesem Jahr bewarb sie sich erst gar nicht um einen Emmy - immerhin als „Titelverteidigerin“ - mit der Begründung, „sie habe dieses Jahr kein emmywürdiges Material erhalten“. Womit sie vermutlich gar nicht mal so Unrecht hatte - um einen Emmy zu gewinnen, braucht es meist einer Story-Line, die herausfordernd ist und in der eine Darstellerin in emotionalen Szenen glänzen kann - so im Jahr ihres Emmygewinns die tragische Liebesgeschichte der Ärztin zu ihrem herzkranken Patienten, welche sie die Grenzen ihres Berufsethos überschreiten ließ. Und das ist momentan schon durch die Denny-Storyline gegeben, und dürfte in den kommenden Wochen durch die dann offenbar werdenden gesundheitlichen Probleme von Izzie noch dramatischer werden.
Erstaunlich ist - nebenbei bemerkt - dass die sonst um keinen Kommentar verlegene Heigl sich bisher zu ihrer in vielen Foren und Privatgesprächen diskutierten Storyline nicht öffentlich zu Wort gemeldet hat: War sie doch bei den Geschehnissen um Isaiah Washingtons schwulenfeindliche Äußerungen und eben bezüglich ihrer ausgebliebenen Emmy-Nominierung wenig zurückhaltend.
Bernd Michael Krannich am Samstag, 6.Dezember 2008 08.00 Uhr
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