Goldene Himbeere: Bullock und «Transformers 2» die «Gewinner»

Hat mit ihrer unterirdischen Leistung sowohl einzeln als auch gemeinsam mit Bradley Cooper die Jury der Razzies überzeugt: Sandra Bullock
(c) 20th Century Fox
Am Abend vor den Oscars werden in Hollywood traditionell die Golden Raspberry Awards, oder kurz: Razzies, verliehen. Mit dieser Auszeichnung werden die schlechtesten Leistungen eines Filmjahrs gewürdigt. Dieses Jahr groß dabei: Sandra Bullock und „Transformers 2“.
Seit 1980 verleihen der amerikanische Publizist John J.B. Wilson und die von ihm gegründete Golden Raspberry Award Foundation die Goldene Himbeere als Gegenstück zu den Oscars. Während die Academy Awards die herausragend besten Leistungen eines Filmjahrs würdigen sollen, tun die Goldenen Himbeeren das genaue Gegenteil: Mit ihnen werden die schlechtesten Leistungen eines Jahres ausgezeichnet.
Eine ganz besondere Stellung nimmt dabei dieses Jahr die Schauspielerin Sandra Bullock („Speed“, 1994) ein. Ihr könnte das Kunststück gelingen, im gleichen Jahr beide Preise zu erhalten. Für ihre Rolle in dem Sportler-Drama „The Blind Side“ (2010) ist sie für einen Oscar als beste Hauptdarstellerin nominiert. Für ihre Rolle in der Komödie „All About Steve“ (2009) ist sie dagegen am Samstagabend gleich doppelt bei den Himbeeren bedacht worden.
Bullock wurde sowohl als Schlechteste Hauptdarstellerin „geehrt“ als auch im Verein mit Bradley Cooper als Schlechtestes Filmpaar. Souverän wie vor ihr nur Halle Berry im Jahr 2005 für „Catwoman“ holte sich Bullock den Preis tatsächlich selbst ab.
Die Würde als Schlechtester Hauptdarsteller teilen sich die Jonas Brothers zu gleichen Teilen für ihre Leistung in „Jonas Brothers: The 3-D Concert Experience“ (2009).
Der große „Gewinner“ des Abends war jedoch „Transformers: Revenge of the Fallen“ mit gleich drei Auszeichnungen: Als Schlechtester Film, für das Schlechteste Drehbuch („Fringe“-Miterfinder Roberto Orci und Alex Kurtzman) und die Schlechteste Regie (Michael Bay). Verdient hat sich der Film laut der Veranstalter die „Ehre“ dadurch, dass er „überlang, überlaut und unter-wältigend“ gewesen ist.
Die Preise für die Schlechtesten Nebendarsteller gingen in diesem Jahr an Billy Ray Cyrus für „Hannah Montana: The Movie“ (2009) und Sienna Miller für „G.I. Joe: The Rise of Cobra“ (2009). Schlechtestes Remake, Sequel oder Rip-Off war „Land of the Lost“.
Ebenfalls von der mehr als 600-köpfigen Jury aus Kritikern, Filmprofis und Cineasten benannt wurden die Schlechtesten Leistungen des gesamten letzten Jahrzehnts. Hier führte mit weitem Abstand „Battlefield Earth“ (2000) nach dem Roman von Scientology-Begründer L. Ron Hubbard. Hinsichtlich der darstellerischen Einzelleistungen wurden Eddie Murphy und Paris Hilton als die schlechtesten Schauspieler des Jahrzehnts bedacht.
Christian Junklewitz am Sonntag, 7.März 2010 19.15 Uhr
19 Leserkommentare
| MattU vor 2 Jahren: | Platz 82 in der Community Top-100 |
Man sollte aber noch bemerken, dass sie den "Preis" wohl nur bekam, weil sie angedeutet hatte, dass sie ihn persönlich abholen würde. Ausserdem hatte sie wohl DVDs für die Jury mitgebracht, da sie vermutete dass die Leute den Film garnicht gesehen haben, damit sie ihr Urteil revidieren und sie nächstes Jahr wieder vorbeikommen könne um den Preis persönlich zurückzugeben. Auf jeden Fall ne sehr coole Reaktion... | |
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| iMars89 vor 2 Jahren: | Platz 94 in der Community Top-100 |
Transformers ist natürlich ein (story-technisch) furchtbar schlechter Film! Nichts desto trotz ist er sehr unterhaltsam und ein gelungenes Popcorn-Spektakel! | |
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| Interrogation Bear vor 2 Jahren: | Platz 76 in der Community Top-100 |
Sandra Bullock Razzie Awards Acceptance Speech: http://www.youtube.com/watch?v=adYced7GB8k ist leider nicht sonderlich gut zu verstehe - zuletzt geändert:07.03.2010 21:40 | |
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| McKatOC vor 2 Jahren: | letzter Platz in der Community Top-100 |
Diesen Preis sollte man überhaupt nicht ernst finde es gut das Sandra Bullock voller Humor den Preis selbst entgegen nimmt. Sie ist ne gute Schauspielerin das ist doch nur nen Preis um der Presse mal auf nicht nervigen Art frischen Diskussionsstoff zu geben. Transformer 2 als schlechtesten Film von einer 600 köpfigen Jury auserwählt ... wow die haben den Film bestimmt auf dem Laptop mit Solidär spielen verwechselt. Ich fande den Film richtig Klasse !! Genauso wie Siena Miller in G.I. Joe !! | |
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| MarQes vor 2 Jahren: | Platz 63 in der Community Top-100 |
Ich bin glaube ich einer der ganz wenigen, der "All about Steve" gut fand ;-) Fande den sehr unterhaltsam...Deshalb hoffe ich sehr, dass Sandra Bullock nachher den Oscar für "The Blind Side" mit nach Hause nimmt. Bei den Globes hatte sie ja auch in ihrer Dankesrede erwähnt, dass ihr des Öfteren angedeutet wurde, sie sei keine gute Schauspielerin. Und generell sehr coole Aktion, wie sie die Himbeere abgeholt hat : - zuletzt geändert:07.03.2010 20:20 | |
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| Serenity vor 2 Jahren: | Platz 68 in der Community Top-100 |
Transformers 1 ist zwar nur Popcorn-Kino, aber dafür sehr gut und unterhaltsam. Der zweite Teil ist wirklich merklich schlechter uns für die dünne Geschichte einfach viel zu lange. Es ist vielleicht nicht gleich der schlechteste Film, aber ich habe etwas wie Teil 1 erwartet und wurde sehr enttäuscht | |
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| Elbenbuch vor 2 Jahren: | |
Bei Transformers stimm ich ja zu, dachte nach 90 minuten: "Eigentlich guter Film, aber nun ende bitte!" Die Himbeere für 'Land of the Lost' versteh ich nicht, hab an einigen Filmstellen einen lachkrampf bekommen (ich mag eigentlcih solche Filme nciht, die sich selbst nciht ganz ernst nehmen). | |
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| sjunk vor 2 Jahren: | letzter Platz in der Community Top-100 |
Die Auswahl für die Razzies ist etwa gleich willkürlich wie diejenige bei den Oscars. Abgesehen von der 3D-Technik ist Avatar auf gleichem Niveau wie Transformers 2 (beide haben eine miese Geschichte und sind mindestens eine Stunde zu lange). "Land of the Lost" fand ich sehr lustig, dagegen war "All About Steve" schon etwas schwierig. Allerdings ist Bradley Cooper viel zu cool, als dass er Teil des schlechtesten Filmpaars sein könnte. Eine Himbeere hätte m.E. "New Moon" mit Kristen Stewart sowie "Up in the Air" und dessen Drehbuch verdient... | |
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| MarQes vor 2 Jahren: | Platz 63 in der Community Top-100 |
@sjunk: Dann müsstest du ja eigentlich jeden Film schlecht finden, der Überlänge hat oder wie?! Ich fand Avatar auch nicht so toll, wie angepriesen. Aber der Film befolgt genauso den Rahmen der Hero's Journey wie viele anderen guten Filme auch. Ein Kumpel hat es sehr treffend ausgedrückt ("Der mit dem Wolf tanzt 300 Jahre in der Zukunft"). Und warum bitte hat "Up in the Air" ne Himbeere verdient?! | |
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| Tony Soprano vor 2 Jahren: | |
Aha, jetzt hat sie also die Himmerbe und den Oscar | |
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| wibi44 vor 2 Jahren: | Platz 6 in der Community Top-100 |
Das gibt es selten, eine Himbeere und den Oscar in einem Jahr und dann noch bei beiden Veranstaltungen in großartiger Form anwesend. Hut ab, Frau Bullock. @sjunk. stimme dir fast vollständig zu. "New Moon", Stewart und Pattinson und auch "Up in the air" hätten locker ebenso eine Himbeere verdient. | |
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| Elusian vor 2 Jahren: | Platz 72 in der Community Top-100 |
Up in the Air hat sicherlich keine Himbeere verdient, eher die Person die den Film nicht verstanden hat. Zum Glück kam es nicht dazu. Mir ist das ja schon aufgefallen bei dir, dass dein notorischer Mitteilungsdrang meist in so ein Blödsinn endet wie hier. Untermauert zudem deine bloße Sturheit und Inakzeptanz gegenüber Filme, die auf ganz andere Zielgruppen bauen. Ich empfehle dir einfach mal weniger zu kommentieren und vielleicht auch mal zu überlegen was für einen gequollenen Mist du manchmal hier von dich gibst, allein wenn du das schon machen würdest, hättest du gar nicht die Zeit soviel Blödsinn zu schreiben aber leider hörst du ja nicht auf andere wie wir bereits festgestellt haben. "Was gibt es an "Up in the air" nicht zu verstehen?" - Für dich nicht viel. Sorry ist aber nur intelligenten Menschen vorbehalten. ; - zuletzt geändert:08.03.2010 16:31 | |
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| wibi44 vor 2 Jahren: | Platz 6 in der Community Top-100 |
Was gibt es an "Up in the air" nicht zu verstehen? Ein grauenhaftes Filmthema, das zudem noch schlecht umgesetzt wurde. Mir tun alle die leid, die ihn wegen Streitvermeidung mit ihre(r)/(m) Freundin/Frau/Lebenspartnerin oder Partner sehen mussten. | |
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| snooopy365 vor 2 Jahren: | Platz 85 in der Community Top-100 |
Ich stimme der Transformers 2 Himbeere voll zu, der film war schrecklich! Avantar hingegen hat mich grade nach relativ schlechten Kritiken echt überzeugt, ich fand Story und Art des Filmes echt gut, klar hat man alles schonmal gesehen, aber so passend kombiniert hatte es bisher niemand. Allerdings hatte ich auch ein Storyloses 3D "Event" erwartet und bekam einen Film mit reifer Story, bei dem die 3D Effekte einfach nur ein Film in 3D sind und nicht so wirken als solle man den Film nur deshalb gucken. | |
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| TheDyingMonkey vor 2 Jahren: | Platz 92 in der Community Top-100 |
Ich muss ganz ehrlich sagen, wenn ich so etwas lese wie in dieser Meldung und vielen der Kommentare zu ihr hier, wird mir richtig schlecht. Der schlechteste Film des Jahres Transformers 2? Die schlechteste Schauspielerin Sandra Bullock? Tut mir leid, aber die Goldene Himbeere ist sicherlich keine Messlatte für irgendwas. Wenn überhaupt, dann vielleicht höchstens als satirisch angehauchter Comedy-Preis, aber selbst dann wäre er eher fragwürdig und pseudo-humoristisch. Die Leistungen von Michael Bay oder Sandra Bullock erhalten einen Preis als die schlechtesten des Jahres? Haben diese Leute (oder manche der Kommentatoren hier) mal Filme wie School Gyrls, Dark Wolf oder House of the Butcher 2 gesehen? Gegen diese Filme sehen All About Steve oder Transformers 2 wie sichere Oscar-Gewinner aus. Absolut lächerliches Gehabe und Gerede, dem Begriffe wie "Luxusproblem", "Wichtigtuerei", "Selbstgefälligkeit", "Ignoranz" und "Inkompetenz" vielleicht mal annähernd gerecht werden. | |
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| snooopy365 vor 2 Jahren: | Platz 85 in der Community Top-100 |
@TheDyingMonkey... ich behaupte mal ganz dreißt das vorraussetzung für die himbeere quasi ist das der Film auch offizell in den Kinos gezeigt wurde, klar gibt es schlechtere filme! Aber um die wird auch kein Hype gemacht. Aber transformers 2 ist einer der filme die von dem meisten gesehn wurden. | |
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| sjunk vor 2 Jahren: | letzter Platz in der Community Top-100 |
@Elusian: Ich habe keine Ahnung, auf was für eine Zielgruppe es "Up in the Air" abgesehen hat. Wenn es entlassene US-Amerikaner oder Frauen zw. 30+60 waren, dann gehöre ich sicher nicht dazu. Falls es Menschen mit Bindungsproblemen oder Fans von Reitmans früheren Arbeiten sind, dann vermutlich schon. Finde der Film hat das Thema Entlassen werden nur sehr am Rande behandelt, also war das wohl nicht das zentrale Thema. Die Hauptfigur versteckt sich hinter seinen Memberkarten (penetrante Auzählung von Hilton, Hertz, AA usw.) und vermeidet engeren Kontakt zu ein und derselben Person. Sein Lebensstil wird von Technologie bedroht und somit auch seine Existenz. Seine feminines Ebenbild taucht auf und er möchte eine Beziehung mit dem weiblichen Sein aufbauen, was natürlich scheitert. Am Schluss sieht er ein, dass sein Lebensziel nicht erstrebenswert ist. | |
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| Elusian vor 2 Jahren: | Platz 72 in der Community Top-100 |
sjunk, als Deutscher gehört man wohl glaube ich auch dem Umstand der Geschichte schon gar selten bis gar nicht dazu. Hierzu müsste man gewisse Situationen auf eigenen Boden für reproduzierbar halten, um sich der Thematik freiwillig anzuvertrauen. Clooney hat leider den negativen Affekt, dass die Geschichte vielleicht für eine Schnulze abgetan wird, ohne den konkreten Handlungsrahmen erfassen zu wollen aber irgendwie haben damit Begegnungsfilme in den letzten Jahren allgemein zu kämpfen, was nicht zuletzt an der makaberen Hauptdarstellerwahl liegt, denn intelligente Sukzessivgeschichten verkaufen sich immer schwerer dank ... ja dank solchen Themenkäse wie Avatar, der erst durch irgendwelche Effekte für einen Großteil an Zuschauern dann einfach mal einen angebliche tiefsinnige Story offenbart, statt einfach mal sich der Effekt-Notgeilheit zu bekennen. Ist ja nichts schlimmes, ich mach's ja auch ab und zu, nur das rechtfertigt zumindest dann keinen Oscar für "Bester Film" oder sonstiges, was auch eine prägende Handlung vorraussetzt, die definitiv nicht vorhanden war. Genug abgeschweift. Fakt ist, Geschmäcker sind verschieden, so wie der Mensch allgemein, diese tolerieren zu können, sowas zeugt von echtem Charakter. Und wenn dann noch jemand wie sjunk sich mit dem Thema (oder dessen Findung anfangs ^^) auseinandersetzt, dann macht mich das bei all der Blindheit die hier umher irrt wieder glücklich : - zuletzt geändert:10.03.2010 20:06 | |
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| Ponder Stibbons vor 2 Jahren: | Platz 16 in der Community Top-100 |
Avatar hat eine Story, wie schon hier erwähnt zwar die von Der mit dem Wolf tanzt - oder wie ich es bisher immer in Gesprächen beschrieben habe: Pocahontas / New World - aber immerhin. Im Kern ist es ein Antiimperialismus- uns Antikaptialismus-Film, und ich glaube, dass die Menschheit leider genauso agieren wird, wenn wir uns mal mit fremden Zivilisationen konfrontiert sehen, wie die Militärs in dem Film. Im Grunde läuft es ja schon auf diesem Planeten so. Ich glaube auch nicht dass alles was Clooney macht gleich als Schnulze abgetan wird (Stichwort: The Good German), und sicher hat auch Up In the Air eine Story und ein Thema, aber deswegen gleich Avatar das abzusprechen ... wirkt fast so wie in früheren Zeit, und für das deutschsprachige Europa noch immer typisch, die Teilung in seriöse Filme und Unterhaltungsfilme, ohne Anspruch auf eine Botschaft. So wie von vielen jede SF immer gesehen wird, obwohl in den meisten SF-Geschichten doch immer eine Botschaft bzw. Kritik steckt. | |
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