GLAAD: Mehr homosexuelle Charaktere im Network-Fernsehen

Bisexuell: Thirteen (Olivia Wilde) bei „House“
© FOX
Das amerikanische Fernsehen wird von verschiedenen Interessengruppen immer wieder in Bezug auf deren Klientel unter die Lupe genommen. So untersucht die Gay & Lesbian League Against Defamation (GLAAD) bereits seit 13 Jahren, inwiefern schwule und lesbische Charakter im amerikanischen Fernsehn repräsentiert sind. Mit guten Neuigkeiten für ihre Klientel: Nach zwei Jahren mit sinkender Repräsentation steigt die Zahl der alternativ lebenden Figuren in diesem Herbst wieder.
So hat sich die Anzahl der Charaktere, die lesbisch, schwul bzw. bisexuell sind oder von ihrer normalen Geschlechterrolle abweichen (transgender sind, also vor oder nach einer Geschlechtsangleichung sind) - zusammengefasst im englischsprachigen Akronym LGBT - in diesem Herbst auf ein Rekordhoch verdoppelt. Von den untersuchten 616 Hauptfiguren in Serien fallen 16 - eine Verdopplung der Vorjahreszahl - in die LGBT-Kategorie. Das sind 2,6% aller Hauptfiguren - zum Vergleich waren es im letzten Jahr nur 1,1% und 2006 1,3%.
Besonders hervorgehoben wurde FOX, die von 0 auf 5 LBGT-Charaktere gingen, darunter die bisexuelle Thirteen (Olivia Wilde) bei „House“. Von den 126 Haupt- und wiederkehrenden Figuren bei CBS sei lediglich Brad - ein für die kommende Season geplanter wiederkehrender Charakter - in der Comedy „Rules Of Engagement“ homosexuell. Laut GLAAD werden 7 Charaktere bei ABC (darunter Callie Torres - Sara Ramirez - und Erica Hahn - Brooke Smith - von „Grey's Anatomy“), drei bei NBC und einer bei The CW zu ihrer Klientel gehören. Allerdings gibt es keine lesbischen Frauen darunter, dafür insgesamt 5 bisexuelle.
Von den zu Season-Start bekannten und geplanten wiederkehrenden Figuren aller Serien seien 19 LGBT, was eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr (mit 13) bedeutet.
Beim werbefinanzierten Kabelfernsehen hingegen sei die Anzahl der LGBT-Charaktere in diesem Jahr von 40 auf 32 gefallen (wobei die speziell auf ein homosexuelles Publikum ausgerichteten Sender Logo und here! nicht betrachtet wurden).
„Da die Networks ganz allmählich Figuren aus allen Herkunfts- und Lebensbereichen in ihr Primetime-Programm integrieren, können mehr und mehr Amerikaner ihre LGBT Freunde und Nachbarn auf dem Fernsehschirm wiederfinden“, so GLAAD Präsident Neil Giuliano.
Bernd Michael Krannich am Dienstag, 4.November 2008 15.00 Uhr
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