24: FOX will die Serie neu erfinden

24: FOX will die Serie neu erfinden
Im Feuer der Kritik: Jack Bauer und seine Methoden
© 2006 FOX

Das amerikanische Network FOX hat ein Imageproblem mit seiner Serie „24“ bekommen. War im Schatten des 11 September 2001 die Hauptfigur Jack Bauer ein Held, dessen Erfolge im Kampf gegen den Terror die amerikanischen Zuschauer beruhigte und ihrem Bild entsprach, wie die Dinge geschehen sollten, so sind - auch im Zusammenhang einer inneramerikanischen Diskussion über den Einsatz von Foltermethoden im War on Terror - die Praktiken des CTU-Mannes in die öffentliche Kritik geraten, auch aus dem Pentagon. Deswegen arbeitete man hart daran, der Serie für die siebte Staffel eine neue Richtung zu geben - und landete dabei in mancher Sackgasse.

Als man im Herbst 2000 beim amerikanischen Network FOX die Serie „24“ in Auftrag gab, konnte dort niemand ahnen, welche reale Brisanz im Herbst des folgenden Jahres der Kampf gegen Terroristen in Amerika erlangen würde. Als „24“ nur 25 Tage nach den Attacken vom 11 September zur Ausstrahlung kam, wurde Kiefer Sutherlands Jack Bauer mit seinem rauhem Charm und seiner Einstellung, alles für die Sicherheit seiner Familie und seines Vaterlandes zu tun, schnell beim Publikum beliebt.

„24: FOX will die Serie neu erfinden“ nachzulesen bei Serienjunkies

Die Popularität der Serie zeigte zeitweise gar eine erstaunliche Beziehung zur inneramerikanischen Popularität von Präsident George W. Bush. Und während beide über fast fünf Jahre anhielt, so bröckeln beide seit 2007 stark.
Wie in der Serie befindet sich die amerikanische Nation in einer Auseinandersetzung mit dem internationalen Terror. Nur, dass die Darstellungen in der Serie nur selten auch etwas mit der Realität zu tun haben.

In den Jahren, in denen Jack Bauer erfolgreich den Terror bekämpfte und mehrfach - wortwörtlich - tickende Zeitbomben entschärfte, war er in der Wahl seiner Mittel gerade auch in Verhörsituationen nie zimperlich: abgeschnittene Finger, durchschossene Kniescheiben und Scheinhinrichtungen führten oftmals dazu, dass Jack gerade noch in letzter Sekunde das Schlimmste verhindern konnte.

Im Frühjahr 2007 startete die sechste Staffel der Echtzeitserie, und zeitgleich kam ein Interview mit Co-Creator Joel Surnow in die Medien, in dem dieser sich freimütig als „right-wing nut job“, als „politisch extrem konservativer Verrückter“ bezeichnete. Die Medien sprangen auf den Zug auf und analysierten die Serie entsprechend, als Ausdruck einer national-konservativen Gesinnung.

Selbst das Pentagon meldete sich zu Wort und beschwerte sich darüber, dass die Serie bei vielen angehenden Soldaten zum Einen ein falsches Bild von den Methoden im Kampf gegen den Terror geben würde und zum Anderen auch ein falsches Bild vom Erfolg der Folter als einer Verhörmethode, die in extrem kurzer Zeit Ergebnisse brächte, die sich auch immer als korrekt und verlässlich erweisen würden, zeichnen würde.

Diese Kritik - und die Kritik der Fans, die die sechste Staffel von „24“ als zu schematisch und formelhaft ansahen, wurden begleitet von einem Einbruch bei den Zuschauern: während die Serie in ihren Glanzzeiten bis zu 17 Millionen Amerikaner vor die Bildschirme locken konnte, verfolgten gerade einmal 11 Millionen das Finale der sechsten Staffel. Auch, wenn viele Zuschauer die Serie mittlerweile per DVR verfolgten (und so bei den Einschaltquoten nicht mehr erfasst wurden), so hatte die Serie doch auch unzweifelhaft Zuschauer verloren.

Die führte bei den Verantwortlichen von FOX dazu, dass man im Frühjahr 2007 die Produzenten von „24“ ansprach und diese um eine Neuausrichtung der Serie bat.

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Bernd Michael Krannich am Montag, 10.März 2008 11.00 Uhr

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