FOX krempelt Casting-Prozess um

FOX krempelt Casting-Prozess um

Für die Schauspieler geht es um Durchbruch oder Versenkung. So viel Drama und Nervosität ist den Verantwortlichen des US-Networks FOX offenbar zu viel. Deshalb lassen sie sich von den Studios beim Casting für neue Piloten nur noch Probeaufnahmen zuschicken.

Ausgerechnet FOX! Der Sender, der mit „American Idol“ das Flagschiff aller Casting-Shows im Programm hat, nimmt, wenn es um die Besetzung seiner neuen Piloten geht, Abstand vom bisherigen Casting-Prozess. Bislang war es üblich, dass die Schauspieler, die es beim Auswahlprozess des Studios in die letzte Runde der möglichen Kandidaten geschafft haben, dann noch einmal ein persönliches Vorsprechen vor den Senderverantwortlichen hatten.

„FOX krempelt Casting-Prozess um“ nachzulesen bei Serienjunkies

FOX lässt stattdessen inzwischen von den betreffenden Darstellern Probeaufnahmen anfertigen, in denen sie ihr Können nicht unter Live-Bedingungen, sondern - wie ja auch bei TV-Serien üblich - nur vor der Kamera unter Beweis stellen müssen. Die Bänder werden dann hinterher von den Network-Chefs gesichtet, welche dann die Entscheidung treffen.

Wie das Network verlautbaren lässt, orientiert man sich dabei an der Vorgehensweise, wie sie mittlerweile auch beim Casting für Kinofilme üblich ist. Bereits seit einigen Jahren hat FOX mit solchen Casting-Bändern experimentiert. Die drei neuen Piloten, für die der Sender bereits grünes Licht gegeben hat („Raising Hope“, die neue Comedy von „My Name is Earl“-Erfinder Greg Garcia, „Jack and Dan“, die neue Serie von „Burn Notice“-Schöpfer Matt Nix und die neue Comedy von „That '70s Show“-Macher Mark Brazill), sind jetzt nach diesem Verfahren besetzt worden. Schwester-Studio 20th Century Fox Television hat dafür sogar einen eigenen Casting-Raum geschaffen, in dem solche Probeaufnahmen stattfinden können.

Als Begründung für die Veränderung gibt FOX an, dass man das Casting einer Serie nicht von einem besonders guten oder besonders schlechten Tag eines Schauspielers abhängig machen wolle. Stattdessen wolle man den Darstellern - frei vom Stress des persönlichen Vorsprechens - die Gelegenheit geben, sich unter bestmöglichen Bedingungen präsentieren zu können. Nachteil für die Darsteller ist allerdings, dass sie - anders als beim persönlichen Vorsprechen - nicht sofort erfahren, ob sie es geschafft haben oder nicht, so dass ihnen dann (je nachdem wie schnell die Senderchefs die Bänder sichten) unruhige Tage und Nächte am Telefon bevorstehen.

Außerdem: In manchen Fällen schaffen es die Videobänder dann doch nicht, den gewünschten Eindruck zu vermitteln. So bat Warner Bros. Television die FOX-Verantwortlichen, bei der neuen Mark Brazill-Comedy eine Ausnahme zu machen und doch noch einmal zum Verfahren des persönlichen Vorsprechens zurückzukehren: Denn durch das Spiel vor einem Green Screen hatten die Darbietungen der Schauspieler jegliche Atmosphäre verloren, so dass es unmöglich war, ihre Leistungen adäquat zu beurteilen. Also kam es doch noch mal zu einem persönlichen Vorsprechen. Was bei einer Multi-Camera-Sitcom, die ganz wesentlich von der Dynamik und Energie abhängt, die die Schauspieler vor einem Studiopublikum entfalten können, wohl auch Sinn macht.

Nichtsdestotrotz scheint sich das neue Casting-Verfahren auch bei anderen Sendern langsam aber sicher durchzusetzen.

Christian Junklewitz am Samstag, 24.Oktober 2009 12.00 Uhr

© serienjunkies.de KG, Alle Rechte vorbehalten.

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Ein Leserkommentar

DJ Doena vor 3 Jahren:Platz 99 in der Community Top-100

Klingt erstmal fair. Wobei es doch sicherlich auch sehr oft von der Chemie zweier (oder meherer) Darsteller(innen) abhängt, ob sie als Team funktionieren.

Das bekommt man bei einer Einzeldarstellung ja auch nicht heraus.

Uderzo taugt ja auch nichts ohne Goscinny

-

zuletzt geändert:24.10.2009 15:30

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