Firefly: Diese Serie gehört ins deutsche Fernsehen

Der Cast der Serie „Firefly“
(c) FOX
Erstaunlich ist, wie selbstverständlich man über die nur 14 Episoden lange Serie als über ein abgerundetes Ganzes reden kann.
Warum lässt RTL so eine Serie im Keller verschimmeln? Das war die Frage, die ich mir im März stellte, als ich diesen Artikel eigentlich schreiben wollte. Mögliche Antworten:
- weil die „unmögliche“ Sci-Fi-Western-Mischung zum RTL-Bild überhaupt nicht passt
- weil es schon die deutschsprachigen DVDs gibt und jeder Fan sie besitzt
- weil es nur eine Staffel gibt und man nur 14 Wochen mit diesem Programm füllen kann
Was würde aber dafür sprechen, die Serie auszustrahlen? Schließlich ist da auch noch der die Serie abschließende Kinofilm „Serenity“. Ich hatte bei RTL nachgefragt, ob sie etwas vorhaben, ob eine „Flucht in neue Welten“ möglich wäre. Die Antwort war, dass nichts geplant wäre. Dabei hatte ich die Möglichkeit einer Ausstrahlung sofort nach der EM erwogen, wenn sich sowieso alle im Sommerloch befinden und es niemanden interessiert, ob die Quoten niedrig oder niedriger sind. Und viele (freilich als Gesamtzuschauerzahl immer noch wenige), die die Serie auswendig kennen, würden sie im Fernsehen nochmals sehen - einfach nur aus Lust, weil sie Browncoats sind, oder mindestens, um über die Synchronisation zu meckern (die bei so einem linguistischen Experiment kaum zu vollbringen ist).
„Imageverbesserung bei Serienjunkies“ wäre eine mögliche Antwort für RTL auf die Frage nach dem „Warum?“. Mut und Aufgeschlossenheit beweisen, wäre die nächste. Und ehe man sich ver(fern)sieht, wird am 19. Juli „Serenity“ gezeigt - immerhin! Nichts Halbes und nichts Ganzes, aber immerhin etwas. Einen Kinofilm kann man ja gerade noch rechtfertigen. Vielleicht würde eine Ausstrahlungsreihenfolge vom Ende zum Anfang, von „Serenity“ zu „Firefly“ eher funktionieren als das Durcheinander, das FOX veranstaltete.
Firefly heißt aber vor allem: Hoffnung, Hoffnung auf ein Zuhause - vielleicht findet auch die Serie eines, irgendwann. Zitat Whedon: „It was ignored and abandoned, and the story should end there -- but it doesn't. Because the people who made the show and the people who saw the show -- which is, roughly, the same number of people -- fell in love with it a little bit. Too much to let it go. . . . In Hollywood, people like that are called unrealistic, quixotic, obsessive. In my world, they're called 'Browncoats.'“
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Vladislav Tinchev am Mittwoch, 9.Juli 2008 12.00 Uhr
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