Firefly: Diese Serie gehört ins deutsche Fernsehen


Firefly: Diese Serie gehört ins deutsche Fernsehen
Der Cast der Serie „Firefly“
(c) FOX
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Mitten in einer Unterhaltung kommt ein plötzlicher Wechsel von Medium Shot zu Close-Up (zwei bis drei Sekunden) von Gesicht und Augen eines Protagonisten. Dann wird für diese kurze Zeit das Bild fast eingefroren, die Gesichter sehen verträumt aus: Diese Einstellung zeigt, dass die Figur an etwas Anderes denkt als das, worum es im Gespräch geht.

Anschließend folgt wieder ein Medium shot, und es geht weiter mit dem Gespräch (Beispiele: Inara im Gespräch mit ihrem Kunden im Piloten Min. 14:52; Buffy des Öfteren in den ersten drei Staffeln der Serie). Sonst überwiegen bei Gesprächen langsame horizontale Kameraschwenks. Die „internen“ Cliffhanger, die wir aus „Buffy the Vampire Slayer“ kennen (vgl. Vampirangriff auf Buffy in der Krypta - im Piloten), sind auch hier ein oft benutztes Stilmittel. Sie kommen an Szenenhöhepunkten zum Einsatz und erzeugen eine doppelte Spannung: Der positive oder negative Ausgang für den Helden/die Heldin steht auf dem Spiel, die Zuschauer erwarten eine Entscheidung - stattdessen sehen sie eine lange schwarze Abblende. Die Spannung wird ins Unerträgliche geführt und gehalten, bis die Auflösung eintritt.

Auf Figurenebene wäre die Liebesgeschichte, die keine Erfüllung finden soll, zu erwähnen - hier zwischen Mal und Inara, wie zwischen Buffy und Angel. Genauso scheint zum wiederholten Mal Whedons Vorliebe für kampfstarke Mädchen durch - in diesem Fall handelt es sich um River (gespielt von Summer Glau), die er von einer Randfigur, die zuerst in der Firefly-Familie nicht akzeptiert wird, zum narrativen treibenden Zentrum der Serie aufsteigen und erst im Kinofilm „Serenity“ zur vollen Entfaltung kommen lässt. Am Rande bemerkt: Vermutlich aufgrund ihrer tänzerischer Ausbildung bekommt Summer Glau fast in jeder Rolle eine bzw. mehrere Tanzszenen (vgl. „Terminator: The Sarah Connor Chronicles“), so auch hier in der fünften Episode.

Und während die Nebenfigur zur Hauptfigur wird, kann man behaupten, dass die Firefly-Struktur aus Episoden besteht, die „den Fall der Woche“ behandeln und einen Abschluss anbieten, wobei sie gleichzeitig durch die Figurengeschichten - hauptsächlich in den späteren Episoden über Rivers Geschichte - serialisiert wird. Dabei wird großer Wert auch auf Nebenfiguren gelegt, die Narrationstreiber und -träger kompletter Episoden sind, wie zum Beispiel Niska oder der Kopfgeldjäger in der letzten Episode der Serie (das Gespräch zwischen ihm und Simon - Min. 24 - gehört zu den witzigsten Dialogszenen überhaupt).

Was die Erzähltechnik betrifft, sticht vor allem die achte Episode heraus, da sie nicht nur eine unheimliche Spannung aufbaut, sondern alle narrativen und visuellen Register, die der Serie zu Gebote stehen, zu einem geballten Höhepunkt bringt. Es wird zwischen drei Erzählebenen gewechselt, die farblich kodiert sind und die Vorgeschichte der Crew und ihr Zusammenkommen auf dem Schiff erzählen, um zum Schluss in die Feststellung zu münden, wie „pretty“ Serenity ist. There is no place like home.

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Vladislav Tinchev am Mittwoch, 9.Juli 2008 12.00 Uhr

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