Finanzkrise: CBC schraubt „Little Mosque“ und „Erica“ zurück

Wird wegen klammer Kassen in der neuen Staffel weniger Zeitreisen machen dürfen: „Being Erica“
(c) 2009 CBC/Temple Street Productions
Die Weltwirtschaftskrise mit ihren Folgen für den Werbemarkt macht auch vor den nördlichen Nachbarn der USA nicht halt: Deshalb hat CBC, der öffentlich-rechtliche Rundfunk Kanadas, einschneidende Sparpläne bekannt gegeben.
Wie Hubert Lacroix, Präsident der CBC, vergangene Woche erklärte, wird dem Sender im Steuerjahr 2009/2010 voraussichtlich ein Defizit von 171 Millionen Dollar ins Haus stehen - als Folge der auch in Kanada sinkenden Werbeeinnahmen, auf die die CBC neben der staatlichen Finanzierung angewiesen ist.
Quer durch alle Bereiche des Senders - Radio und Fernsehen - werden deshalb bis zu 800 Arbeitsplätze gestrichen. Darüber hinaus beabsichtigt die CBC Liegenschaften zu verkaufen, um auf diese Weise an Liquidität zu gelangen.
Auch beim Programm wird es Einsparungen geben müssen: So kündigte der Sender an, auch das Budget von so populären Prime Time Serien wie „Little Mosque on the Prairie“, „Being Erica“ und „The Border“ zusammenstreichen zu müssen. Dies wird zur Folge haben, dass die neuen Staffeln der genannten Serien aus weniger Episoden bestehen werden - und sich insgesamt der Anteil an Wiederholungen im Programm von CBC spürbar erhöhen wird.
Für die Krimiserie „The Border“ bedeutet dies, dass statt der vorgesehenen 13 Folgen nur 12 Folgen für die dritte Staffel produziert werden können, die im Herbst auf Sendung gehen soll. Wie weit sich die Episodenzahl für die neuen Staffeln von „Little Mosque on the Prairie“ und „Being Erica“ reduziert, ist bislang nicht bekannt.
Zwar ist der Verlust von einer Episode (gegenüber dem Verlust von Arbeitsplätzen) vergleichsweise undramatisch. Trotzdem erklärte Peter Raymont, der Executive Producer von „The Border“, dass es eine Tragödie sei, dass die Regierung den öffentlich-rechtlichen Fernsehen in dieser Zeit nicht unterstützt: „Das ist nicht wie früher, als die CBC Serien produziert hat, die nicht sehr beliebt waren und nicht von vielen Leuten geschaut wurden. Das sind enorm populäre, unterhaltsame Dramaserien. Und die Kanadier verdienen es, solch populäres Fernsehen aus heimischer Produktion zu haben.“
Auch Liese Lareau von der Canadian Media Guild gibt der konservativen Regierung von Premierminister Stephen Harper die Schuld an den Konsequenzen, die die Krise für die CBC hat: Laut Lareau wäre es für die Regierung ein Leichtes gewesen, dem Sender mit Überbrückungskrediten aus der Finanznot zu helfen.
Christian Junklewitz am Montag, 30.März 2009 07.00 Uhr
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