Entstehung einer US-Serie (Teil 1)

Foto: _MaO_ / Creative Commons 2.0
Serienjunkies erklärt, wie eine Serie entsteht, wie lange der Vorlauf, wie groß die Hürden und was die wichtigsten Stationen bis zur ersten Ausstrahlung - und auch darüber hinaus - sind.
Wer sich in Erdkunde auskennt, weiß, dass in Los Angeles das ganze Jahr über beständig die Sonne scheint und das Thermometer eher selten unter 15 Grad Celsius sinkt. Jahreszeiten wie wir sie kennen, gibt es in der Hauptstadt des Film- und Fernsehbusiness nicht. Aber L.A. hat sich einfach seine eigenen Jahreszeiten geschaffen.
Streng genommen ist es nur eine pro Jahr. Diese „Season“ (= engl.: Jahreszeit) geht von September bis Mai und nennt sich bei uns „Staffel“. Ihr gehen aber wiederum mehrere kleinere „Seasons“ voraus: pilot-development season, pilot-production season, staffing season und pick-up season.
Pilot-development season (Juli bis November)
In der pilot-development season werden Ideen für neue Serien gesammelt, durchdacht, umgeworfen, weiterentwickelt. Nicht, dass man den Kreativen sagen könnte, wann sie die Muse küssen solle, aber traditionellerweise beginnt diese erste Phase am amerikanischen Nationalfeiertag (4. Juli) und dauert bis Thanksgiving (letzter Donnerstag im November).
Während der pilot-development season werden den US-Studios und -Networks zahlreiche Ideen präsentiert, von denen sich die Macher meist viel versprechen. Es heißt, dass die meisten Executives während dieser Monate täglich an die fünf oder sechs Drehbücher vorgelegt bekommen und viele Präsentationen über sich ergehen lassen müssen (sog. Pitches). Erscheint die präsentierte Idee interessant, wird ein Drehbuch in Auftrag gegeben, was das Studio gut und gerne 250.000 Dollar kostet - nur für geschriebenes Wort und noch keine einzige Sekunde Bewegtbild, wohlgemerkt.
Um aus der schieren Masse herauszustechen, sollte ein eingereichtes Drehbuch bereits auf den ersten Seiten fesseln - oder einen bekannten Namen auf dem Deckblatt vorweisen - sonst geht es erbarmungslos unter. Es hilft auch, etwas Erfolgreiches und Bewährtes aufzugreifen, aber eben noch nen Ticken besser zu sein. Oder es zumindest zu versprechen. Nicht zuletzt deshalb ähneln sich einige Serien in aufeinanderfolgenden Jahren, da versucht wird, die scheinbare Erfolgsformel der letzten Season zu kopieren.
Sehen die Produzenten und Sender ein gewisses Potenzial, bekommen die Macher auf Basis des Drehbuchs grünes Licht für die Produktion eines Piloten (green-lighted ist der offizielle Fachbegriff). Was dann im Endeffekt wirklich daraus wird, kann nach einem ersten Drehbuch bzw. Pitch niemand mit Gewissheit sagen. Leider.
| Seite: 1 2 | ![]() |

| Link: | |
HTML ![]() | |
Forum ![]() |








Serienjunkies abonnieren 
Newsletter






