Ein Colt für alle Fälle: Review zur DVD

Ab Januar auf DVD: „Ein Colt für alle Fälle
Am 14. Januar 2008 erscheint in Deutschland endlich die erste Staffel der beliebten 80er-Jahre-Actionserie „Ein Colt für alle Fälle“ (The Fall Guy) mit „Six Million Dollar Man“ Lee Majors und Douglas Barr in den Hauptrollen auf DVD. Serienjunkies-Kolumnist Christian Junklewitz hat sich die Episoden schon einmal angeschaut - und die kleine Zeitreise sehr genossen.
Als „Ein Colt für alle Fälle“ 1983 zum ersten Mal im ZDF-Vorabendprogramm lief, da war ich zarte vier Jahre alt. Und obwohl meine Eltern wohl immer gewisse Vorbehalte hatten, dass mich die Serie wegen all der Gewalt in irgendeiner Weise seelisch schädigen könnte, ließ man sie mich trotzdem weiter schauen - und legte damit den Grundstein für meine Existenz als Serienjunkie. Zwar würde ich nicht sagen, dass ich jemals ein „Fan“ von „Ein Colt für alle Fälle“ war (zumindest nicht so, wie ich heute Fan bestimmter Serien bin), aber es wird schon seinen guten Grund haben, warum die Erinnerungen an „Ein Colt für alle Fälle“ die ersten und die besten (Kindheits-) Erinnerungen sind, die ich an eine US-Serie habe.
Das mag auch daran liegen, was Serienerfinder Glen A. Larson im Making-of, das auf der DVD enthalten ist, als Grund für den Erfolg von „Ein Colt für alle Fälle“ auf den Auslandsmärkten vermutet: Dass es sich dabei nämlich um eine Serie handelt, die ungemein visuell erzählt wird. Die Stunts, die Verfolgungsjagden, all das, was die Serie so zentral ausmacht, sind Schauwerte, die man auch als Kind sehr gut erfassen kann. Am meisten erinnere ich mich an die Szene, welche später auch im Vorspann der Serie auftauchte, in der Colt mit seinem Pick-up-Truck über einen Bus hinwegspringt. Ganz klar: Hier wurde meine Faszination für fliegende Autos geprägt, die mich später in die Abhängigkeit von „Knight Rider“ treiben sollte.
Darüber hinaus hat „Ein Colt für alle Fälle“ das, was US-Autor Lee Goldberg ein „klares Franchise“ nennen würde: Stuntman, der sich nebenbei noch was hinzuverdienen muss, arbeitet als Kopfgeldjäger für eine Kautionsmaklerin, um Leute aufzuspüren, die sich vor ihrer Gerichtsverhandlung aus dem Staub gemacht haben. Dabei stehen ihm seine toughe Kollegin Jody und sein gelehrter, dabei jedoch etwas lebensfremder Cousin Howie zur Seite. Das ist eine griffige Formel, die einen hohen Attraktions- und Wiedererkennungswert mit sich bringt.
Schaut man sich die Episoden nach all den Jahren noch einmal auf DVD an, so ist vor allem bemerkenswert, wie wenig peinlich die Serie heute ist. Als ich vor kurzem noch einmal von „Riptide“ (Ein Trio mit Fäusten), ebenfalls ein ZDF-Vorabendklassiker, einige Folgen auf DVD angeschaut habe, konnte ich es kaum fassen, dass ich in eine derart trashige Serie einmal so vernarrt gewesen bin. Bei „Ein Colt für alle Fälle“ stellt sich dieses Gefühl hingegen ganz und gar nicht ein: Viele der Stunts sehen auch heute noch richtig gut aus, Colts Pick-up-Truck ist nach wie vor cool - und die augenzwinkernd-witzigen Dialoge sowie selbstironischen Inszenierungseinfälle () machen „Ein Colt für alle Fälle“ weitestgehend immun gegen den Zahn der Zeit, der an der Mode, aber vor allem an den Einstellungen der Protagonisten genagt hat.
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Christian Junklewitz am Freitag, 28.Dezember 2007 10.00 Uhr
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