Doctor Who: Review zum Soundtrack von Staffel 4

Die Abenteuer von Donna Noble mit dem Doktor: Perfekt untermalt von Murray Golds Musik
(c) BBC Worldwide
Ende November ist in Großbritannien die CD mit dem Soundtrack zur vierten Staffel der SF-Kultserie „Doctor Who“ erschienen. Nach einer nicht ganz so prompten Lieferung durch einen großen Internet-Versandhandel hat Serienjunkies-Redakteur Christian Junklewitz mit der Silberscheibe ein unsagbar seliges Wochenende verlebt.
In meinem Review zum Soundtrack von Staffel 3 hatte ich die Musik zu „Doctor Who“ mit einer Gabe Endorphine intravenös verglichen (Serienjunkies vom 15. November 2007). Ich hatte ja keine Ahnung, was noch kommen würde... Mit dem Album zu Staffel 4 haben Komponist Murray Gold und Dirigent/Arrangeur Ben Foster sich nicht nur erneut selbst übertroffen, sondern den Standard neu definiert, an dem TV-Musik zu messen ist: Als eine Form, die an Spannbreite und Intensität nicht nur mit der für die Leinwand komponierten Filmmusik mithalten kann, sondern eine ganz eigene emotionale Wirksamkeit entfaltet.
Wie es Komponist Gold in dem sehr umfangreichen und vorzüglich ausgestatteten Booklet so treffend beschreibt: Kino-Filmmusik muss den Rezipienten nicht in jedem Moment in den Bann ziehen, da es eher selten ist, dass Zuschauer tatsächlich aus einem Film herausgehen, den sie einmal angefangen haben zu schauen. Ganz anders ist dagegen die Situation beim Fernsehen, in der der Zuschauer mit einem nervösen Daumen an der Fernbedienung jederzeit drauf und dran sein kann, den Kanal zu wechseln.
Genau diesem Aspekt trägt die Musik von Gold Rechnung, indem sie wie eine verdichtete Form von Filmmusik daherkommt. Hat man bei manchen Soundtrack-CDs das Gefühl, sich durch sehr viel „Füllmaterial“ durchhören zu müssen, um zu dem einen guten Thema, dem einen originellen Motiv, dem einen aufregenden Crescendo zu gelangen, so ist das Füllmaterial bei „Doctor Who“ extrem reduziert. Stattdessen hört man der Musik an, dass sie eindeutig darauf abzielt, den Rezipienten vom ersten Moment an - und dann die ganze Strecke hindurch - zu fesseln.
Dabei gelingt Gold und Foster das Kunststück, die Musik nach „Doctor Who“ klingen zu lassen - aber doch ganz anders als in den vergangenen Staffeln: Die Musik zu Staffel 4 kommt nicht nur mit dem mittlerweile gewohnten Bombast des BBC National Orchestra of Wales daher, sondern auch mit einer nie gekannten Epik. Dafür sorgt vor allem die Vielzahl von Chorälen: Ob stimmungsvoll-ergreifend wie „The Greatest Story Never Told“ oder düster-bedrohlich wie „The Dark and Endless Dalek Night“. Wie ein roter Faden durchzieht den Soundtrack ein Gefühl der Weite: So würde ein Track wie „A Dazzling End“ auch zu den endlosen Cinemascope-Landschaften eines Westerns passen - nicht zuletzt auch dank der heroischen Entschlossenheit, die durch den treibenden Rhythmus anklingt.
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Christian Junklewitz am Mittwoch, 11.Februar 2009 10.00 Uhr
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