Die umkämpften Sendeplätze in amerikanischen Fernsehherbst

Foto: C.P. Storm
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Jedes Jahr im Mai stellt sich heraus, dass die Programmpläne der amerikanischen Networks an bestimmten Sendeplätzen kollidieren: Dort konkurrieren vielversprechende oder etablierte Formate um die Zuschauergunst. Oftmals fallen diesen Auseinandersetzungen eigentlich gute Projekte zum Opfer.
- Lead-in: Die Serie, die vor einer anderen Serie läuft
- Lead-out: Die Serie, die nach einer anderen Serie läuft
Sonntags um 21 Uhr: „Desperate Housewives“ gegen „Three Rivers“. Womit kann man ABCs gut laufende Soap angreifen? CBS denkt sich, mit Ex-„Moonlight“-Star Alex O'Loughlin.
Vorhersage: Housewives setzt sich durch, aber Rivers kommt auf klar mehr Zuschauer, als „Cold Case“ es in der abgelaufenen Season vermochte.
Dienstags um 21 Uhr: „So You Think You Can Dance“ gegen „Dancing with the Stars“. Zwei Tanzshows treten im Herbst bei FOX und ABC gegeneinander an. Dazu kommt noch die starke Konkurrenz von „Biggest Loser“ von NBC.
Vorhersage: „So You Think You Can Dance“ hat eine Chance, weil es sich bei der dienstäglichen Ausgabe von „Dancing with the Stars“ nur um die Results-Show handelt. Solche Ergebnisverkündungen sind normaler Weise deutlich schwächer als die Performance-Ausgabe. Trotzdem wird Stars mehr Zuschauer in der Zielgruppe anziehen. Am Ende dürften beide Sender mit ihren Ergebnissen zufrieden sein.
Mittwochs, 20 Uhr: „Hank“ und „The Middle“ gegen „The New Adventures of Old Christine“ und „Gary Unmarried“. Heutzutage ist es selten, dass Sitcoms im Networkfernsehen in Konkurrenz zueinander stehen. Der CBS-Sitcom-Block am Mittwoch zeigte sich im letzten Jahr nicht von einer überragenden Seite, war aber solide. Um 20 Uhr treten zwei Serien von 1990er-Jahre Sitcomstars-der-Extraklasse gegeneinander an: Kelsey Grammers („Frasier“) „Hank“ gegen Julia Louis-Dreyfus' („Seinfeld“) Old Christine.
Vorhersage: CBS ist nicht unschlagbar, aber die beiden Comedies von ABC müssen bessere Quoten auffahren als die zuletzt bei dem Sender zur Midseason gestarteten Serien.
Donnerstags, 20 Uhr: „FlashForward“ gegen „Survivor“ gegen „Bones“ gegen die NBC-Sitcoms. Für Branchenkenner die merkwürdigste Programmentscheidung des Frühlings: Bei ABC lässt man ein SciFi-Drama den Abend beginnen, der mit deutlich weiblich orientierten Mediziner-Soaps weitergeht. Aber je länger man überlegt, desto mehr Sinn ergibt es. Bereits „Lost“ bewies, dass eine Serie auch mal für sich alleine stehen kann, ganz unabhängig vom Lead-in oder Lead-out. Bei ABC hofft man, dass „FlashForward“ das auch schaffen kann.
Vorhersage: Vermutlich ist „Survivor“ von den Zuschauerzahlen her nicht zu schlagen. Aber „FlashForward“ könnte sich behaupten und die NBC-Comedies in die Knie zwingen. Und eventuell auch „Bones“.
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Bernd Michael Krannich am Freitag, 29.Mai 2009 10.00 Uhr
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