Das Phänomen «Quality Televison Series» (QTS) - Teil II

Entwicklung eines Labels


Sarah Michelle Gellar als Buffy Summers (r.) und David Boreanaz als Angel in „Buffy - The Vampire Slayer“
© TheWB

Im zweiten Teil der Serie über das Zustandekommen von Quality Televison Series geht es um die historischen und rechtlichen Rahmenbedingungen, durch die bei den amerikanischen Networks eine andere Art von Serie entwickelt wurden. Wichtige Rollen spielen die FCC, die FinSyn-Rule und die Prime Time Access Rule.

Als Robert J. Thompson 1996 in seinem Buch „Television's Second Golden Age“ über Quality Television schrieb, gab es seinen Worten zufolge nicht viel, worüber er schreiben konnte. Und jetzt:

„Das Phänomen «Quality Televison Series» (QTS) - Teil II“ nachzulesen bei Serienjunkies

CSI: Crime Scene Investigation“, „Boston Legal“, „24“, „Alias“, „Bones“, „The Wire“, „Dexter“, „Lost“, „The Sopranos“, „Sex and the City“, „Six Feet Under“, „The X-Files“, „Buffy - The Vampire Slayer“, usw. - man kann die Liste noch eine Seite lang weiter führen. Klar zu sehen ist, dass diese Serien nicht einem selben Genre angehören, so unterschiedlich sind sie in ihren Grundzügen; dennoch gehören sie irgendwie zu einer Gruppe - Quality Television.

Zudem ist festzustellen, dass zwischen diesen Serien eine gewisse Kontinuität besteht. In den letzten Jahren hat eine Entwicklung innerhalb der Gruppe stattgefunden. Es ist höchst wahrscheinlich, dass diese Entwicklung sich fortsetzen wird - mit weiteren Serien, die unter dem Gesamtbegriff Quality Televison Series (QTV) untergebracht werden können, als eigenständiges Label mit vereinenden Merkmalen.

Eine erste Hochphase für Quality Television

Ich teile Thompsons Meinung, dass Quality Television eine phasenartige Entwicklung durchläuft. Dabei unterscheide ich im Gegensatz zu Thompson drei Phasen dieser Entwicklung: Die erste Phase erstreckt sich von der Premiere von „Hill Street Blues“ (1981) bis zur Absetzung von „Twin Peaks“ (1991) und umschließt noch einige wenige Produkte wie „St. Elsewhere“, „Moonlighting“ und „Miami Vice“.

Diese erste Phase markiert eine wirtschaftliche Krise für die Networks. In den 80er Jahren bekamen ABC, NBC und CBS starke Konkurrenz durch „cable, satellite and new network stations“. Im Kabelfernsehen durften sich die Konzerne vertikal organisieren und strukturieren, während den Networks dies untersagt war - für sie galten weiterhin die FinSyn-Rules und die PTAR (Primetime Access Rules).

FinSyn-Rules und die PTAR

Im Jahre 1970 verabschiedete FCC (Ferderal Communications Commission), damals noch nur Kartellaufsicht statt Sittenwächter, zwei neue Regelwerke: Die Financial Interest and Syndication Rules sowie die Prime Time Access Rule. Letztere legte fest, dass die Lokalstationen in der Prime Time (19 bis 23 Uhr) nur jeweils drei Stunden Network-Programm zeigen durften. Der Rest der Zeit musste mit Eigenproduktionen (z.B. Nachrichten) oder aber Syndication-Ware gefüllt werden.
Die Financial Interest and Syndication Rules (kurz FinSyn) verordneten, dass die Sender keine Programme selbst produzieren und auch nicht mehr als die Rechte zur Erstausstrahlung erwerben konnten. Das Geschäft mit den Syndication- und Auslandsrechten kam damit den Produktionshäuser zu Gute.

Als Antwort darauf kürzten die Networks die Lizenzgelder, die sie für die Ausstrahlung an die Produzenten zu zahlen bereit waren. So wurde jede Serienproduktion für die Produktionsfirma zunächst ein Verlustgeschäft. Erst durch weitere Verkäufe konnte man in die Gewinnzone kommen. Das ist einer der Hauptgründe, warum sich außer den großen Hollywood-Studios fast niemand im Produktionsgeschäft behaupten konnte: Die neuen Regelungen lagen somit im Interesse der Hollywood-Studios: sie etablierten diese weiterhin als größte Lieferanten von Fernsehprogrammen und ermöglichten einen garantierten und permanenten Zugang zum wichtigsten Markt.

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Vladislav Tinchev am Sonntag, 5.Juli 2009 10.00 Uhr

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6 Leserkommentare

jazzfan vor 3 Jahren:

Gut, informativ, erhellend.......

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Icarus vor 3 Jahren:

zeze House MD fehlt in der Aufzählung - 6 setzen :

Interessante Geschichte, allerdings bleibt der Begriff QTV immernoch undefiniert

Alle derzeitigen Qutenrenner sind QTV ok... aber

Friends ... Kein QTV

Was wäre mit Xena oder Rosanne :

was ist Mc Gyver Star Trek B5 - sind es nun QTV Serien oder nicht ?

Seien wir noch extremer Was ist mit Micky Mouse ? QTV

Noch viel wichtiger für mich

Was sind Serien die nicht QTV sind? Trash ?

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HeXoR vor 3 Jahren:

Icarus, du hast die beiden Teile des Artikels schon auch gelesen oder

Zitat Teil 1

"Eine mögliche „Objektivierung“ des Begriffs Quality Television Series wäre auf der Grundlage der Arbeiten von David Bordwell und Jens Eder möglich. Die Autoren definieren das Verstehen von Geschichten (Filmen, Serien), das sich auf Seiten des Zuschauers vollzieht, über das Aufrufen kognitiver Schemata, die Wissen über Genrekonventionen, Erzählmuster, die Vergabe audiovisueller Informationen usw., aber auch allgemeines Weltwissen enthalten. Die filmische (analog auch: serielle) Narration gibt dem Zuschauer Hinweise an die Hand, die er unter Rückgriff auf eben diese Schemata zur „Geschichte im Kopf“ zusammensetzt - womit er zum Sinnverstehen gelangt. Nach Ed Tan ist die filmische Narration allgemein darauf angelegt, den Zuschauer mit einer lösbaren (kognitiven) Herausforderung zu konfrontieren."

Eine Serie die kein QTV-Serie ist, ist eine TV-Serie .. ganz einfach

Und bei Serien wie Xena und Rosanne fühle ich mich kognitiv nicht wirklich herrausgefordert. Das ist ein Subjektives gefühl, das magst du anders sehen, aber ich denke ein großteil der Serienjunkies würde mir zustimmen

Es geht hier auch weniger um den Begriff von Qualität wie wir ihn verwenden, obwohl Qualität als solches auch nur Subjektiv ist.

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Neptune vor 3 Jahren:Platz 33 in der Community Top-100

jupp ich sehe das auch so. Mann nicht nicht einfach pauschal sagen

House M.D. ist eine QTV Serie. (persönlich)

Sie wird am Meisten gesehen und bringt auch am meisten Geld ein.ABER mit der Zeit ist es nichts mehr neues für mich und das ganze verliert an reiz. Ist zwar immer noch lustig aber der Ablauf ist immer der selbe, wie auch bei CSI

Das sind für mich persönlich keine QTV Serien. Für mich muss eine QTV Serie Abwechslung und Spannung bringen. Daher sehe ich es so, dass jeder seine eigenen QTV Serien finden muss. Sollte man dann mal eine Liste zusammenstellen würde ich wetten Das viele Serien von manchen als QTV eingestuft werden und von anderen nicht

Ich fand beide Artikel sehr interessant. Besonders das System das die Networks Geld bekommen, um in der Gegen zulaufen. Dazu kommt allerdings auch, dass die USA ein wenig;-) größer ist wie Deutschland. Da kann es dann für einen Netzanbieter in Californien tödlich sein wenn er einen Sender nicht anbietet, dieser aber in den Nachbarstaaten läuft. Hier könnnen sich dich das die Sender nicht leisten einfach mal nicht in Hessen oder Bayern empfangen zu werden

Wesentlich nerviger finde ich, das Sender wie HBO in anderen Länder empfangen werden können nur leider nicht in Deutschland. Ok ich kenne die Gründe aber dennoch ist es ärgerlich^^.

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Vlad Tepes vor 3 Jahren:

(Ich habe den ersten Teil nicht gelesen, der Link hier funktioniert nicht

Qualität kann man nicht nach einem festen Schema beurteilen. Die Liste der Punkte wäre extrem lang und wie sollte man Gewichtungen festlegen

Die Serienliste am Anfang des Artikels erinnert jedenfalls mehr an eine Liste nach kommerziellem (Quoten-)Erfolg. Da könnte man ja auch sagen, oscarprämierte Filme wären qualitativ hochwertiger Film - was in mind. 95% der Fälle nicht der Fall ist. Masse ist allzu häufig nicht gleich Klasse. Ist also QTV == Quotenerfolg

Qualität ist doch was ganz Anderes

Bspw.

24 - Nicht umsonst von Menschenrechtlern kritisiert, weil auffällig häufig Folter "gerechtfertigt" wird (liegt wahrscheinlich an einer Mitfinanzierung des Miltärs, was bei Filmen gang und gebe ist, so lange sie inhaltlich "werben"

Lost/Alias - Erfolgreich vor Allem durch enormes Marketing

CSI (u.Ä.)- Inhaltlich in allen Bereichen vollkommener Schwachsinn, obwohl sie da angeblich ja Fachberater haben

usw. usf

Letztendlich ist und bleibt es einfach subjektiv, was man gut findet, und was nicht. Abgesehen davon, dass sich nun mal viele Leute sehr stark durch Marketing beeinflussen lassen, es gibt Moden usw. Auch ein Gedicht kann man nicht technisch beurteilen, nur einteilen. Ob es einem was bringt, oder nicht, liegt an einem selbst

Ich bin da für die Freiheit jedes Einzelnen (und jeder, natürlich). Ausserdem gibt es ja auch Dinge, die sind einfach so schlecht, dass sie (eben deswegen) wieder gut sind.

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makus vor 3 Jahren:Platz 95 in der Community Top-100

OTV sind nicht eure Lieblingsserien, lächerlich hier Friends udg aufzuzählen.

Quality TV ist zB Sopranos, The Wire, Six Feet Under, The Shield, Breaking Bad.

House MD ist massen kommerz-trash, seicht und ohne jedglichen Tiefgang.

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