CSI und WAT: Die Trauer über den menschlichen Makel-Teil 1

Gil, Catherin und Jack am Tatort
(c) 2007 CBS/Monty Brinton
Das Review bezieht sich auf die Doppelfolge von letzter Woche, die in den USA gezeigt wurde. Ein Crossover zwischen „CSI: Crime Scene Investigation“ und „Without A Trace“ mit dem Titel „Who&What“. „CSI: Crime Scene Investigation“/„Without A Trace“: Würfel, Stift, Papier, Weinglas, Fernbedienung, Handtuch - immens viele Detailaufnahmen in den ersten Minuten. Die Kamera sucht Nähe und geht gleich wieder auf Distanz. So entsteht das Gefühl einer unaufhaltsamen Bedrohung. Dann ein brutaler Doppelmord und wir, die Zuschauer, schauen durch die Kameraposition dem Mörder regelrecht über die Schulter. Wir sind involviert, unser Blick wird mitschuldig gemacht.
Wenn Kinder bei „CSI: Crime Scene Investigation“ die Opfer sind, ist es am schlimmsten. Die Kamera ist in solchen Folgen immer bemüht, die ganze Wucht der Trauer und das Nicht-fassen-können durch langsame Fahrten einzufangen; dabei sucht sie ständig die Gesichter der Beteiligten aus dem Team. Noch mehr Detailaufnahmen. Besuch von FBI - und gleichzeitig von der anderen CBS-Serie „Without A Trace“, Agent Jack Malone (Anthony LaPaglia): Die blutigen Abdrücke am Tatort haben Verbindung zu dem sechs Jahre alten Fall eines vermissten Jungen. Eine seltsame Kombination aus Grissom und Malone. Und eine sehr humorlose CSI-Folge.
Malone scheint eine schwere Last auf seinen Schultern zu tragen, die ihm Grissom am Anfang nicht abnimmt (in beiden Bedeutungen des Wortes). Ein Serienmörder und gleichzeitiger Entführer reist mit dem Zug und tötet (fast) jeden, dem er begegnet. Und wieder ein kleiner Sara-Auftritt als Hinweis auf ihren Abschied. Am Tatort ist sie verzweifelt und traurig über ... den menschlichen Makel, über die Unaufhaltsamkeit des Todes. Die Kamera zeigt schon Abschiedsworte in Grissoms Augen.
Grissom wird wiederum mit einer anderen Situation konfrontiert, die ihn an Saras und Nicks Entführungen erinnert: In dem Versuch, den Fragen, wie der Mörder die Tat begangen hat und wer er ist, zuvorzukommen, sie gar nicht erst zuzulassen, ein Verbrechen zu verhindern.
Grissom: „Manchmal ist man schneller, wenn man langsam geht.“
Malone: „Lieber schneller sein, wenn man schneller geht.“
Unterschiedliche Arbeitseinstellungen, aber die ersten Sympathietöne klingen in Grissoms „Jack“ mit.
Abgesehen von Saras Entführung hat man Grissom in keiner Folge sich so viel und so schnell bewegen gesehen. Er und Jack laufen durch die Gegend (beide tragen auch die gleiche Sonnenbrille) und springen sogar auf einen fahrenden Zug. So viel physischer Einsatz und alles umsonst. Der falsche Zug und dann noch ein Opfer im Kofferraum. Aus der Perspektive des Opfers blicken wir von unten nach oben auf die Hilflosigkeit und die Trauer in Grissoms und Jacks Gesichtern. Schnitt.
Die Kamera, auf Kindeshöhe, läuft zwischen den Sitzen eines Busses und erreicht den Mörder, der mit seinem gekidnappten Sohn diesmal mit dem Bus weiter fährt...
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Vladislav Tinchev am Montag, 12.November 2007 10.00 Uhr
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