Cologne Conference 2008: Being Relevant

THR-Redakteurin Elizabeth Guider im Gespräch mit Armando Iannucci
(c) 2008 Christian Junklewitz/SJ
Im gestrigen Teil der Cologne Conference Lectures drehte sich alles um die „neue Matrix der Medien im 21. Jahrhundert.“ Dabei geriet auf die ein oder andere Weise wiederholt eine Frage in den Vordergrund: die nach der Relevanz der Inhalte.
Mark Young, ehedem Chef von BBC Worldwide, heute Verkaufsleiter bei IMG Media, fokussierte seine gesamte Key Note um das Thema Relevanz: Wenn man in der heutigen Medienwelt Geld verdienen wolle, was der Treibstoff für alle Medienentwicklungen sei, dann müsse man Inhalte bieten, die für den Zuschauer relevant seien. Das allerdings nicht mehr unbedingt für ein Massen-, sondern (im Hinblick auf neue Digitalkanäle und Internetangebote) gerade und insbesondere für ein Spartenpublikum. Hergestellt werden könne diese Relevanz u.a. durch regionalen oder auch thematischen Bezug, indem man die Leidenschaften von (auch kleineren) Zuschauergruppen für bestimmte Special-Interest-Themen nutze.
Eine andere Art von Relevanz rückte Henrik Werdelin, der Kreativchef der Internetfernsehplattform Joost.com, in den Mittelpunkt: Seiner Meinung nach entsteht durch die Verschmelzung von Fernsehen und Internet die Möglichkeit, soziale Relevanz für Inhalte zu schaffen: Indem die Zuschauer auf Plattformen wie Joost.com Gelegenheit haben zu sehen, was ihre Freunde und Bekannten im Netz sehen und sich via Kommentarfunktion darüber unterhalten, werde ein Interesse für diese Inhalte geweckt, das zunächst nicht so sehr über den Inhalt selbst, sonder primär über die Zugehörigkeit und das Mitreden-wollen in sozialen Netzwerken motiviert sei. Neben der eigenen aktiven Suche und der Algorithmus-basierten Vorschlagsfunktion werde damit einen weiteren Filter zur Selektion der schier überbordenden Angebotsvielfalt geschaffen.
Um einen gänzlichen anderen Aspekt von Relevanz, nämlich die gesellschaftliche Relevanz, drehten sich die Gespräche, die Mit-Gastgeberin Elizabeth Guider, Redakteurin des Branchenblatts The Hollywood Reporter, zunächst mit den belgischen Regisseuren Luc und Jean-Pierre Dardenne („Le Silence de Lorna“, 2008) und später mit dem britischen Comedy-Star Armando Iannucci („The Thick of It“) führte. Die beiden für ihre sozialen Problemfilme bekannten Regie-Brüder und diesjährigen Gewinner des Kölner Filmpreises verteidigten gegenüber allen Nachfragen ihren Ansatz, die eigene künstlerische Vision über den zu erwartenden Publikumserfolg zu stellen.
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Christian Junklewitz am Samstag, 11.Oktober 2008 12.00 Uhr
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