Being Erica: Autorin Jana Sinyor über die Idee zur Serie

Being Erica: Autorin Jana Sinyor über die Idee zur Serie
Schaut nicht nur zurück, sondern reist buchstäblich in die Vergangenheit: Erica Strange (Erin Karpluk) in „Being Erica“
(c) 2009 CBC/Temple Street Prod.

Jana Sinyor, die Erfinderin der kanadischen Serienperle „Being Erica“, hat in einem Interview darüber Auskunft gegeben, wie die Idee zur Serie entstanden ist, wie man Hauptdarstellerin Erin Karpluk gefunden hat - und wie man auch ein männliches Publikum für eine Frauenserie interessieren kann.

Am Rande der TCA Winter Press Tour führten die Kollegen von The Futon Critic ein Interview mit Jana Sinyor, der Autorin und Ko-Produzentin von „Being Erica“. Seit Anfang 2009 läuft die Dramedy auf dem kanadischen Network CBC und hat es auf mittlerweile zwei Staffeln zu je 13 bzw. 12 Folgen gebracht. Die Einschaltquoten für „Being Erica“ in dieser Zeit waren eher durchwachsen (mit um die 500.000 Zuschauer), allerdings konnte „Erica“ die Kritiker von sich überzeugen. Und dank des Vertriebs via BBC Worldwide hat die kleine kanadische Serie mittlerweile auch Fans in vielen anderen Ländern gefunden (wiewohl - wenig überraschend - noch kein deutscher Sender die Serie gekauft hat).

„Being Erica: Autorin Jana Sinyor über die Idee zur Serie“ nachzulesen bei Serienjunkies

Über die Idee, eine Serie über das Zeitreisen zu machen, sagt Sinyor in dem Interview, dass sie schon als kleines Kind von dem Gedanken fasziniert gewesen ist, durch die Zeit zu reisen: „Ich mochte Bücher und Filme, die vom Zeitreisen handelten; alles, was ich tue, hat so eine Art magischen Realismus an sich“. Was nun die nicht ganz naheliegende Verknüpfung von Zeitreise und Therapie angeht, so meint die Autorin dazu, dass sie vor allem durch viele ihrer Freunde zu der Grundidee von „Being Erica“ inspiriert wurde: Denn besagte Freunde hätten genau vor der gleichen Situation wie Erica gestanden: Anfang 30 - und bei weitem noch nicht da im Leben angekommen, wo man selbst glaubt (oder es von anderen gesagt bekommt), mit Anfang 30 in Karriere und Privatleben stehen zu müssen. Also begann Sinyor über all die Dinge nachzudenken, die diese Menschen bedauern. „Ich weiß, dass in einer echten Therapie, die Menschen geistig in die Vergangenheit zurückkehren, um sie noch einmal zu durchleben. In der Serie bringt Dr. Tom sie buchstäblich in die Vergangenheit zurück.

Eine in der Zukunft sich möglicherweise anbahnende romantische Beziehung zwischen Erica (Erin Karpluk) und Dr. Tom (Michael Riley) schloss Sinyor aus. Dafür sei ihr die Art von Beziehung, die die beiden entwickelt hätten, zu kostbar.

Was die Besetzung ihrer weiblichen Hauptfigur angeht, so bekannte die Autorin, dass sie sich unzählige Schauspielerinnen angeschaut, allerdings niemanden für den Part von Erica gefunden hätten, bis sie schließlich - fast in letzter Minute - noch das Vorsprechen von Erin Karpluk gesehen hätte: „Sie war einfach wunderbar und perfekt für die Rolle. Wenn man sich die Serie heute anschaut, bekommt man definitiv das Gefühl, dass niemand anders diesen Part spielen könnte. Und das stimmt auch.

In den USA läuft „Being Erica“ auf dem Kabelsender SoapNet, trotzdem besteht Jana Sinyor darauf, dass die Serie keine klassische, nur auf ein weibliches Publikum zugeschnittene Soap ist. Stattdessen sei es das Anliegen der Produzenten gewesen, die Serie für ein größtmögliches (und d.h. auch Männer einschließendes) Publikum „relatable“ zu machen, also dafür Sorge zu tragen, dass die Serie über ihre Themen einen weiten Zuschauerkreis anspricht. „Ich denke, die Leute sind manchmal ein bißchen davon überrascht, was die Serie eigentlich ist - im Vergleich zu dem, was sie von der Serie erwarten.

Links dieses Beitrags: Being Erica, Michael Riley, Erin Karpluk

Christian Junklewitz am Sonntag, 24.Januar 2010 08.00 Uhr

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