Auferstehung in Serie

Auferstehung in Serie
Ein Ausflug zur Insel kann ungemein revitalisierend sein. Bester Beweis dafür: John Locke in Lost
(c) 2008 ABC

Heute feiern Christen in aller Welt die Auferstehung Jesu von den Toten. Auch TV-Autoren haben sich von der biblischen Geschichte inspirieren lassen - und so manche Serienfigur wieder aus dem Grab geholt. Hier ein kursorischer Überblick:

1) Lange bevor es das Fernsehen überhaupt gab, begeisterte „Sherlock Holmes“ die Leser als genialer Meisterdetektiv. 1893 ließ Autor Arthur Conan Doyle seinen Held durch die Hand des finsteren Professor Moriarty in den Schweizer Reichenbachfällen sterben, musste ihn einige Jahre später jedoch auf großen öffentlichen Druck hin wiederauferstehen lassen (indem er eine Möglichkeit erfand, wie sich Holmes entgegen des ersten Anscheins doch vor dem sicheren Tod gerettet haben konnte).

„Auferstehung in Serie“ nachzulesen bei Serienjunkies

2) Noch vor 30 Jahren war es nicht üblich, dass Serienfiguren wie die Fliegen dahinsterben. Entsprechend große Aufmerksamkeit erhielt der Tod von Mr. Spock im Kinofilm „Star Trek II - Der Zorn des Khan“ (1982). Die Empörung unter den Fans war so groß, dass Morddrohungen an Darsteller Leonard Nimoy gerichtet wurden. Unter dessen eigener Regie fand Spock dank der wundersamen Kräfte auf dem Planeten Genesis allerdings schon zwei Jahre später zu neuem Leben - in „Star Trek III - Auf der Suche nach Mr. Spock“.

3) Jumping the Shark - Müsste man einen Augenblick benennen, in dem es Serienautoren einfach zu weit getrieben haben, so würde diese Auferstehung ganz weit oben rangieren: 1985 kommt Bobby Ewing (Patrick Duffy) ums Leben, als er von einem Auto überfahren wird - nur um ein Jahr später putzmunter unter der Dusche zu stehen. Wie sich herausstellt, hatte seine Frau Pam die komplette vergangene Staffel von „Dallas“ einfach nur geträumt.

4) Doppelt hält besser - das dachte sich wohl auch Joss Whedon, als er die Titelheldin seiner Serie „Buffy the Vampire Slayer“ nicht einmal, sondern gleich zweimal sterben und jeweils wieder auferstehen ließ. War es beim ersten Mal nur ein kurzer Aussetzer nach einer Begegnung mit dem Master, was leicht durch eine Mund-zu-Mund-Beatmung von Xander wieder in Ordnung gebracht werden konnte, so erforderte Auferstehung Nr. 2 schon die Aufbietung von sehr mächtiger (und gefährlicher) Hexenmagie, durch die Buffy - sehr zu ihrem Ärger - aus dem Jenseits gerissen und wieder auf die Erde geworfen wurde.

5) Nicht nur Helden kommen in den Genuß der Auferstehung - die Baddies natürlich auch. Während die Frischzellenkur des Doktors in „Doctor Who“ quasi zum Standardmerkmal der Serie gehört, finden auch Tod geglaubte Erzschurken ihren Weg wieder auf den Bildschirm: Ob der Master (auferweckt von den Time Lords im Krieg gegen die Daleks) oder Davros, der durch die Zeitreise eines aufopferungsvollen Untergebenen dem Tod entgeht.

6) Sehr gemein - da ersteht Owen Harper (Burn Gorman) in der zweiten Staffel von „Torchwood“ gerade von den Toten, nur um ein paar Folgen später dann endgültig den Löffel abzugeben. Diese Art, im Zuschauer falsche Hoffnungen zu wecken, die dann gnadenlos enttäuscht werden, scheint auf der Insel bei Serienautoren sehr beliebt zu sein: Auch Marian in „Robin Hood“ durfte sich zuerst (am Ende der ersten Staffel) einer Quasi-Auferstehung erfreuen (nachdem sie für tot gehalten wurde), nur um dann am Ende der zweiten Staffel erneut zu sterben. Diesmal richtig - und (wie es scheint) für länger.

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Christian Junklewitz am Sonntag, 12.April 2009 12.00 Uhr

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