Arztserien punkten vor allem bei Frauen
„Grey's Anatomy“-Publikum zeigt Hang zum Luxus

Grey's Anatomy: Vorwiegend weibliche Zuschauer
Fans von Arztserien sind vorwiegend weiblich, sozial und familiär.
73 Prozent des deutschen Publikums in diesem Genre sind Frauen, das geht aus einer aktuellen Studie von TNS Infratest hervor. Insgesamt schauen 26 Prozent bzw. 16,6 Mio. Menschen in Deutschland regelmäßig Arztserien. Sieben Prozent davon können sich dabei insbesondere für die Erfolgsserie „Grey's Anatomy“ begeistern. Während sich mit 70 Prozent Frauenanteil wenig Unterschied zur allgemeinen Gruppe der Arztserien-Fans zeigt, zeichnen sich die Grey's Anatomy-Fans in anderen Bereichen durch ganz eigene Merkmale aus. So sind sie zum Beispiel im Schnitt wesentlich jünger als Arztserien-Zuschauer insgesamt, von denen rund 50 Prozent zur Gruppe 50plus zählen.
Arztserien-Fans seien familiäre Menschen mit einer deutlich sozialen Wertehaltung. „Dies erkennen wir anhand der überbewerteten Begriffe aus diesen beiden Wertefeldern“, so André Petras, Leiter des TNS Infratest Semiometrie Centres. Zu den Begriffen zählen unter anderem Wörter wie „mütterlich“ oder „Freundschaft“. Daneben weisen die Arztserien-Zuschauer im allgemeinen aber auch eine leicht materielle sowie eine pflichtbewusste Grundhaltung auf. Auch hier grenzen sich die Grey's Anatomy-Fans ab. Sie stellen eher Lebensfreude und Spaß in den Mittelpunkt.
Im Vergleich zur Gesamtbevölkerung zeigt das Publikum von Arztserien eine stärkere Werbeaffinität. Das deute auf eine stärkere materielle Orientierung hin, so Petras. Die Grey's Anatomy-Gruppe fällt hier durch eine hohe Erfolgsorientierung und einen Hang zum Luxus auf. Die Befragten bezeichnen sich selbst im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung häufiger als Genießer, verfolgen meist ehrgeizige Ziele und streben nach beruflichem Erfolg. Zu den Hauptinteressen zählen Mode, Fernsehen, Radio und Kino sowie Aktivitäten im Freien. Aus der Studie geht außerdem hervor, dass Arztserien-Fans generell häufiger Printmedien konsumieren und eher zu Do-it-yourself-Aktivitäten neigen als die Gesamtbevölkerung.
In punkto Werbung lohnen sich im Umfeld von Arztserien laut Studie vor allem die Bereiche Kosmetik, Erkältungsmittel sowie Joghurtprodukte. „Grey's Anatomy“ stellt auch hier eine Ausnahme dar: Die passenden Werbeträger für die Serie sind eher Telekommunikation, Fastfood-Restaurants und Süßwaren.
von Mariano Glas am Dienstag, 7.Oktober 2008 12.00 Uhr
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