ARD: Machtprobe mit den Kabelnetzbetreibern

Was Braun nicht erwähnt: Einen Unterschied zwischen Kabel auf der einen und DVB-T und Satellit auf der anderen Seite gibt es natürlich schon - für DVB-T und Satellit muss der Endkunde keine monatliche Gebühr bezahlen. Die Argumentation der Sender verläuft deshalb auch so, dass sie sagen, dass die Netzbetreiber doch schon bei den Endkunden abkassieren. Da ist es schwer einzusehen, warum die Sender dafür noch etwas zuschießen sollen.
Eine noch mal gänzlich andere Perspektive auf den Konflikt haben die mittelständischen Kabelnetzbetreiber. Anders als die großen überregionalen Anbieter wie Kabel Deutschland oder Unitymedia, die in der ANGA organisiert sind, befürworten diese den Wegfall der Einspeisegebühr. Tatsächlich, so argumentiert Heinz-Peter Labonte vom FRK (Fachverband für Rundfunkempfangs- und Kabelanlagen), seien die kleinen Netzbetreiber durch die bisherige Praxis erheblich benachteiligt worden, weil bei ihnen das Verhältnis von Einspeisegebühr zu Urheberrechtsgebühr negativ ausfällt. Ein Wegfall der Einspeiseentgelte würde für sie einen Wettbewerbsnachteil aus dem Weg räumen.
Man darf gespannt sein, wer sich bei diesem Poker der unterschiedlichen Macht- und Finanzinteressen am Ende durchsetzen wird. Den Sendern könnte - wenn man sich das Beispiel USA vor Augen hält - ein Wegfall der Einspeisegebühren neue finanzielle Spielräume eröffnen, die sich dann auch in entsprechenden (Serien-) Produktionen niederschlagen könnten.
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Christian Junklewitz am Dienstag, 26.Januar 2010 08.00 Uhr
2 Leserkommentare
| wibi44 vor 3 Jahren: | Platz 6 in der Community Top-100 |
Das deutsche System der Einspeisegebühren hat mich schon immer den Kopf schütteln lassen. Mich wundert sowieso, warum sich die Sender das noch gefallen lassen, zumal die Kabelnetzbetreiber ja schon recht hohe Gebühren beim Endkunden verlangen - je nach Netz zwischen 16 und 20 Euro pro Monat. Damit sollte ein Kabelnetz locker betrieben werden können. | |
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| Nenalgen vor 3 Jahren: | Platz 96 in der Community Top-100 |
"Eingriff in etablierte Geschäftsmodelle" Der war gut! Man stelle sich vor, die Postkutschenbauer hätten sich mit diesem Argument durchgesetzt... | |
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