Amerikanische Reality-Produzenten wollen mehr Verantwortung

Verkauft viel Werbung: American Idol
(c) FOX
Bei einem Diskussions-Panel kamen in Los Angeles mehrere angesehene und vielbeschäftigte Produzenten von unterschiedlichen Reality-Serien zusammen. Als Verbesserung für die Zukunft wünschen sie sich, mehr in die Werbeverkäufe ihrer Shows involviert zu werden und schlugen einen Reality-Block am bisher vernachlässigten Samstag vor.
Nach ihren Wünschen zur Verbesserung der eigenen Arbeit wurden einflussreiche Reality-Produzenten bei einer Podiumsdiskussion in Los Angeles gefragt. Als wichtigsten Wunsch stellte Mark Burnett („The Apprentice“, „Survivor“) das Problem vor, dass die Produzenten einfach zu wenig in die Verkäufe der Werbezeiten ihrer Projekte eingebunden sein - und es dies zu verbessern gelte.
In seinen Augen fußt das Problem auf der Unsicherheit bei den Werbeverkäufern, da diese ihre Position als Mittelmänner zwischen Produzenten, Sendern und Werbeindustrie eiversüchtig und mit fast schon paranoidem Bedacht auf ihre Provisionen verteidigen würden, so Burnett. Dabei würden sie - gerade bei neuen Shows - die Konzepte nur aus dritter Hand kennen. Hier sieht Burnett enormes Verbesserungspotential, wenn denn den eigentlichen Produzenten auch ein Platz an den Verhandlungstischen eingeräumt werden könnte.
Burnett spricht aus eigenen Erfahrung: Seine lange und sehr erfolgreiche Geschäftsbeziehung mit CBS habe ihm manchmal diesen Platz eingebracht, aber eben nicht immer. „Das größte Problem ist der Mangel an Verbindung (...) zwischen den Kreativen und dem Werbeverkauf. (...) Wir sind nicht dabei um zu sagen 'Hier ist das, worum es in der Show gehen wird, das ist meine Vorstellung vom Aussehen, diesen Ton soll die Serie haben - und so glaube ich, dass Ihre Produkte ohne groben Stilbruch und ohne nachteilige Wirkung auf die Zuschauer integriert werden könnte'.“
In weiteren Aussagen wurde die Fähigkeit von Realtiy-Fernsehen hervorgehoben, mit Sponsoren und Product-Placing schnell und problemlos umgehen zu können - ganz im Gegensatz zu drehbuchbasierten Formaten. Daher sehen die anwesenden Reality-Produzenten auch entspannt in die Zukunft: „Es ist die beste Zeit, um in diesem Business zu sein“, so Arthur Smith, Produzent von „Hell's Kitchen“.
Eine weitere Aufforderung des Panels an die Verantwortlichen der Sender war die Integration des bisher stiefmütterlich behandelten Samstag abends in die Programmplanung - in Großbritannien sei dies ein wichtiger Fernsehtag. „Bei der schlechten Wirtschaftslage verbringen die Leute auch am Wochenende mehr Zeit zu hause, mit der Familie“, so Burnett. „Da gibt es eine Chance für einen Programmblock am Samstag Abend.“
Bernd Michael Krannich am Donnerstag, 23.April 2009 10.00 Uhr
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