Allein gegen die Zeit: Interview mit Autor Stephan Rick

Autor-Regisseur Stephan Rick bei den Dreharbeiten zu „Allein gegen die Zeit“
(c) NDR/Urban Ruths
Wie kommt man darauf, ein „24“ für Kinder zu kreieren? Und wie kann man sich dabei gleichzeitig an die Vorgaben über Gewalt im Kinderfernsehen halten? Das sind nur einige der Fragen, die Serienjunkies Stephan Rick gestellt hat, dem Mit-Erfinder und Regisseur von „Allein gegen die Zeit“.
Die Idee ging vom Norddeutschen Rundfunk aus, genauer gesagt von Angelika Paetow, der Leiterin des Jugendabteilung. Sie wollte für ihr Programm ein „„24“ für Kids“ haben. So kam der Sender dann zu uns (d.h. die Autoren Stephan Rick und Silja Clemens, zusammen mit Producerin Ceylan Yildirim) und hat uns angesprochen, ob wir nicht so ein Format entwickeln können. Einerseits haben wir uns darüber natürlich sehr gefreut, weil wir große „24“-Fans sind. Zum anderen haben wir uns aber auch gleich gefragt, wie man das jugendgerecht realisieren kann. Denn „24“ lebt ganz stark von der Figur des Agenten Jack Bauer. Und natürlich ist es ein extrem gewalttätiges Format.
Wie haben Sie dieses Problem dann gelöst?Wir haben uns dann überlegt, dass wir die Geschichte auf die Welt der Kinder herunterbrechen müssen - und auch die Probleme der Jugendlichen und Kinder Ernst nehmen. Wir müssen die Geschichte aus ihrer Perspektive erzählen, wie sie nach und nach ein in einen großen Fall hereingezogen werden. Sie sind ja keine Geheimagenten deren Job es ist, das Böse zu bekämpfen. Und am Ende geht es schließlich darum, dass unsere fünf Nachsitzer die Welt retten müssen.
Wenn man die Pressemappe von „Allein gegen die Zeit“ aufschlägt, findet man als Allererstes zunächst eine pädagogische Rechtfertigung dafür, wie man überhaupt ein solches Format, in dem es um Verbrechen und Gewalt geht, Kindern zumuten kann. Welche Rolle spielten derartige pädagogische Erwägungen bei der Realisierung der Serie?Die spielen natürlich eine sehr große Rolle, weil wir als Kinderprogramm gerade im öffentlich-rechtlichen Fernsehen an sehr, sehr strikte Regeln gebunden sind, was die Darstellung von Gewalt gegenüber Kindern angeht. Da gibt es sehr klare Prinzipien wie zum Beispiel: Es darf niemals eine Waffe an den Kopf eines Kindes gehalten werden. Und eigentlich darf auch generell keine körperliche Gewalt gegen Kinder angewendet werden. Deshalb bewegt sich unser Format immer sehr stark auf der Ebene der Vorstellung, dass den Kindern etwas passieren könnte. Das war schon eine Herausforderung, das über 13 Folgen hinweg zu schaffen, ohne dass der Zuschauer denkt: Ach, die kommen da ja doch heil raus. Es war also wichtig, viel Spannung zu erzeugen, ohne dabei tatsächlich viel Gewalt zu zeigen.
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Christian Junklewitz am Mittwoch, 3.Februar 2010 08.00 Uhr
Ein Leserkommentar
| wibi44 vor 3 Jahren: | Platz 6 in der Community Top-100 |
Sicher insgesamt eine interessante Aufgabe. Und wenn die Umsetzung jugendgerecht ist, wird solch ein Format, zumal es in 13 Folgen zu Ende geht, auch in der entsprechenden Zielgrupe Anklang finden. | |
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