Accidentally on Purpose: Jenna Elfman eröffnet die Jagdsaison
Review zur Serien-Premiere

Jenna Elfman in Accidentally on Purpose
(c) CBS/ Art Streiber 2009
Man mische den Filmhit „Beim ersten Mal“ mit ein bisschen „Sex and the City“-Girltalk und Courteney Cox' neuer Serie „Cougar Town“ et voilà: Heraus kommt die Jenna-Elfman-Sitcom „Accidentally on Purpose“. Eine amüsante Comedy mit viel Potenzial.
Cougars scheinen spätestens seit Demi Moore und Ashton Kutcher schwer in Mode zu sein unter amerikanischen Serienschreiberlingen: Schon Carrie,Sex And The City hatte in „Sex and the City“ einen jüngeren Geliebten, genau wie Eva Longorias Gabrielle,Desperate Housewives in „Desperate Housewives“. Nate Archibald vergnügte sich in „Gossip Girl“ mit einer Lady, die gut doppelt so alt war wie er, in „How I Met Your Mother“ wurde das Verführen eines Pumas für Barney Stinson,How I met your mother zur sportlichen Herausforderung, und mit „Cougar Town“ startet noch in dieser Woche in den USA sogar eine Serie, die den Trend gleich im Titel hat.
Den Anfang der Jagdsaison macht jedoch Jenna Elfman als 37-jährige Filmkritikerin Billie, deren erste Erfahrung als Cougar (zu Deutsch: Puma) ihr Leben auf Dauer verändert. Eigentlich auf einer Mission, ihren bindungsscheuen Ex (Grant Show, „Private Practice“) zurückzugewinnen, läuft die Hauptfigur der Sitcom „Accidentally on Purpose“ dem wesentlich jüngeren Zack (Jon Foster, „Windfall“) in die Arme. Die beiden verstehen sich blendend, und da sich Billie in der Zwischenzeit der Erkundung neuer Ufer verschrieben hat, landen die beiden also keine fünf Minuten nach Beginn der Pilot-Episode in Zacks WG-Zimmer-Klappbett.
Auch wenn das nicht so glamourös ist wie der erhoffte Heiratsantrag des Ex auf dem Pariser Eiffelturm, lässt sich Billie auf das Abenteuer ein. Immerhin weiß sie: „Es gibt drei Stufen von Weiblichkeit: Meg Ryan in 'Schlaflos in Seattle', Meg Ryan in 'E-Mail für dich' und Meg Ryan im Lebensmittelladen, die sagt 'Nein, im Ernst, ich bin Meg Ryan.'“ Und mit 37 fühlt sie sich vom Happy End weiter entfernt als von Stufe 3. So kommt es also wie es kommen muss: Billie wird schwanger, denn „Kondome sind wohl nicht 100 Prozent sicher, wenn man sie in seiner Tasche lässt.“ Ein Baby ist unterwegs, und angesichts immer lauter tickender biologischer Uhr vermutet die Freundin sogleich, Billie habe es unterbewusst darauf angelegt - deswegen auch accidentally on purpose, also versehentlich mit Absicht. Und weil Hilfskoch Zack trotz jugendlicher Jahre ein verdammt anständiger und obendrein charmanter Kerl ist, ist aus dem Abenteuer am Ende der ersten Episode bereits eine verkorkste kleine Patchwork-Familie inklusive schrulliger Verwandtschaft geworden.
Familiengründung im Zeitraffer
Während die Cougars in anderen Serien häufig auf oberflächliche Nebenrollen beschränkt sind, die sich einfach nehmen, was sie wollen, steht mit Jenna Elfmans Billie ein Puma im Mittelpunkt einer Serie, der zudem gar nicht so recht weiß, wie ihm geschieht. Dass Baby-Daddy Zack gleichzeitig nicht nur mit seinen College-Kumpels Bier trinkt und Playstation spielt, sondern von Anfang an ganz klar zu Mutter und Kind steht, verleiht den Kern-Darstellern eine seltene Dynamik. Wenn Billie inmitten der Jungs auf dem Sofa sitzt und sich wundert, ob Davis gerade die Urne ihrer Großmutter zur Wasserpfeife umfunktioniert hat, ist das vor allem Generationskomik.
Einer der witzigsten Momente der ersten Folge ist das erste Zusammentreffen von Billies Ex (und Boss) James mit Zack, der dem Verflossenen mit einer Teenager-mäßigen Leichtigkeit ins Gesicht sagt: „Yeah, she's having my baby. Cool, huh?“ Während der überraschte James noch die Fakten sortiert, sagt Billie nur: „I've gotta update my Facebook status.“ Dass sich die Charaktere an so unterschiedlichen Punkten ihres Lebens befinden und trotzdem in derselben Situation stecken, gibt der sich offensichtlich anbahnenden Dreiecksgeschichte ungewohnten Schwung.
Um so schnell zu diesem Punkt zu kommen, an dem die Generationen aufeinander treffen und der eigentliche Spaß beginnt, haben die Autoren ganz schön viel in den knapp 22-minütigen Piloten quetschen müssen: Nach fünf Minuten der erste Sex, nach zehn Minuten beichtet Billie dem jugendlichen Liebhaber ihre Schwangerschaft, nach zwölf Minuten rutscht ihr das erste (aber nicht einzige) Mal ein „Ich liebe dich“ raus und nach 13 Minuten ist Zack schon mit Sack und Pack bei ihr eingezogen.
Gucken oder nicht gucken? Das Fazit gibt's auf der nächsten Seite.
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Carolin Neumann am Dienstag, 22.September 2009 21.30 Uhr
11 Leserkommentare
| donpfiff vor 3 Jahren: | Platz 61 in der Community Top-100 |
Man möchte festhalten, ich will nur noch kotzen! Jenna Elfman gehört für mich zu den Schauspielern die einem den Spaß am fernsehen gründlich vermiesen. Ich hoffe die miesen Quoten die diese sitcom zum start einfuhr werden flott eine Tahlsohle erreichen auf das bessere Schauspieler und Konzepte eine chance erhalten. | |
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| jesus vor 3 Jahren: | letzter Platz in der Community Top-100 |
Ich schliesse mich donpfiff an! Die Autorin scheint eine vollkoemmen andere Serie gesehen zu haben, als der Rest von uns. Vorhersehbar, dümmlich und keine Chemie zwischen den Hauptakteuren! Einzig Ashley Jensen war ein Lichtblick. Für mich ist AoP der erste Flop des Jahres! | |
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| aceman vor 3 Jahren: | Platz 56 in der Community Top-100 |
Ich schließe mich euch an. Diese Serie braucht niemand! Potential erkenne ich da nirgends, es sei denn man bekommt die DVDs geschenkt und wird neue Untersetzer haben... | |
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| sjunk vor 3 Jahren: | letzter Platz in der Community Top-100 |
Ich bin anderer Meinung als die drei Schreibenden vor mir. Die erste Folge war fast durchgehend lustig. Die Figuren und die Geschichte (@jesus: Sitcoms sind meistens vorhersehbar) haben Potential für mindesten eine ganze Staffel mit sehr unterhaltsamen Folgen. | |
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| Ri:ka vor 3 Jahren: | Platz 97 in der Community Top-100 |
ich fand accidently on purpose eigentlich richtig gut. hab gestern sogar die 1. episode 2 mal geschaut! ich liebe die hauptdarstellerin. offtopic: der werbungshintergrund auf serienjunkies.de bringt jetzt nicht nur die seite jedes mal zum abstürzen, sondern verdeckt seit gestern auch noch den halben eintrag... man kann ja auch übertreiben. | |
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| typhoon vor 3 Jahren: | Platz 23 in der Community Top-100 |
also ich kann die ersten drei kommentare auch nicht wirklich nachvollziehen. auch wenn ich gestehen muss das ich nach den ersten paar minuten ähnlich dachte und mir sicher war das die serie es nicht auf meine liste schafft, muss ich sagen, dass ich mein urteil am ende doch ändern musste. nachdem die folge erst mal warm gelaufen war fand ich sie wirklich gut gelungen. vor allem die "i love you" szenen haben mir gut gefallen. was ich gut fand, war das der ganze kennenlern prozess und so recht kurz gehalten wurde um relativ schnell auf die eigentlich handlung u sprechen zu kommen. Alles in alles hat mir die folge gut gefallen und ich denke ich werde die serie auf jeden fall weiter verfolgen. | |
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| Saracen vor 3 Jahren: | Platz 87 in der Community Top-100 |
Dann muss ich wohl noch ein bisschen den Kritikern unter die Arme greifen: Dieser Pilot geht ja wohl gar nicht. So altbacken und unlustig, da würden selbst 5 Ashley Jensens nichts bringen. Insbesondere die Nebencharaktere (wie die Schwester von Jenna Elfman), finde ich unglaublich schlecht gecastet. Einmal und bitte nie wieder! | |
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| woozie vor 3 Jahren: | |
Die schlechte und harsche Kritik kann ich auch nicht so ganz verstehen. Ich hab bei der ersten Episode mich gut unterhalten gefühlt, gelacht und fand es insgesamt "passend". Nicht überragend gut, aber auch nicht "will ich nicht sehen". Ich würde mich auf mindestens eine komplette Staffel sehr freuen. Story und Charaktere lassen Platz für einige gute, lustige Geschichten. | |
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| shiri vor 3 Jahren: | Platz 94 in der Community Top-100 |
Was mich nur tierisch genervt hat, war, dass die so durch den Plot gehetzt sind. Die wollten viel zu viel in der einen Folge schon mal abhandeln. Dabei denke ich, dass gerade so was wie das Einziehen oder das "I love you" und erst Recht der Moment wo die beiden Männer sich zum ersten Mal getroffen haben, durchaus ganze Folgen hätten tragen können. | |
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| shiri vor 3 Jahren: | Platz 94 in der Community Top-100 |
Also ich fand's nur schrecklich wie die in der ersten Folge durch alle Handlungen durch galoppiert sind. Dabei finde ich, dass zum Beispiel ihr "I love you" oder wie sich die beiden Männer zum ersten Mal getroffen haben - diese Sachen hätten auch durchaus eigene Folgen tragen können. | |
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| shiri vor 3 Jahren: | Platz 94 in der Community Top-100 |
Also ich fand's nur schrecklich wie die in der ersten Folge durch alle Handlungen durch galoppiert sind. Dabei finde ich, dass zum Beispiel ihr "I love you" oder wie sich die beiden Männer zum ersten Mal getroffen haben - diese Sachen hätten auch durchaus eigene Folgen tragen können. | |
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