ABC Studios fordert Einsparungen von 2%

Schon vorher von Einsparungen in Höhe mehrere Hundert Tausend Dollar pro Episode betroffen: „Smallville“
© ABC Studios
In einem Memo aus der Konzernspitze fordert die Führung von ABC Studios alle seine Produzenten auf, bis zu 2% bei den jeweiligen Produktionskosten einzusparen - das schlechte amerikanische Konsumklima wirft seine Schatten voraus.
In einer internen Mitteilung wendet sich ABC News-Boss David Westin an seine Kollegen: „Wir berichten jeden Tag von ökonomischen Klima und den Effekten, die man bereits im ganzen Land spüren kann. Wir sind nicht immun von diesem Abschwung.“ Diese interne Mitteilung beschreibt, was die Firmenleitung allen ihren Produzenten mitgeteilt hat.
Den jeweiligen Produzenten ist es überlasen festzulegen, wo die Einsparungen in ihren Produktionen angesetzt werden können. Brancheninsider wissen aber zu berichten, dass diese Einsparungen vermutlich die meisten Produktionen nicht sonderlich hart treffen werden: Bei den Budgets werden immer einige Sicherheitspolster eingebaut, die jetzt das erste sein werden, was abgeschmolzen wird.
Aber vermutlich ist diese Aktion von ABC Studios nur die Spitze des Eisbergs: Ähnliche interpretiert werden können auch andere Nachrichten der vergangenen Wochen wie die Bestellung von nur 20 Episoden von „Samantha Who?“ seitens ABC oder die Ankündigung von NBC, konzernweit 500 Millionen USD einsparen zu wollen.
Druck auf die Budgets sind in der Fernsehlandschaft nichts ungewöhnliches. Als früher in dieser Dekade die Einnahmen nach den Upfronts sanken, wurden Serien-Budgets gekürzt. Doch dann setzten sich in den Fernsehprogrammen immer mehr „ensemble casts“ fest, und die Budgets stiegen wieder.
Doch jetzt hat sich die Lage wieder verändert: Der Anzeigen-Markt ist für die Networks relativ schwach (zum Teil auch, weil die Kabelsender stärker werden), Zuschauerzahlen sinken allgemein und ein wieder gestiegener Dollar verkleinert die Lizenzeinnahmen aus Übersee - auch die Produzenten können sehen, dass die Aufforderungen zu verantwortungsvoller Budgetierung nicht aus der Luft gegriffen ist. Auch werden bereits die üblichen Sparmaßnahmen eingesetzt: Einstellungsstopps oder auch der Versuch, bei den Kosten der Subunternehmer oder der Ausrüstung den Preis niedrig zu halten.
Bleibt die Frage, wie weit der Studiodruck nach Einsparungen in absehbarer Zukunft noch werden wird: „Ich fühle es in der Luft“, sagt ein Produzent anonym. „Ich grüble und fürchte mich vor dem Tag, an dem der Hammer fällt.“
Bernd Michael Krannich am Sonntag, 9.November 2008 12.00 Uhr
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